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Rezension: Veggie Love
Als selbsternannte Foodstylistin, Foodfotografin und Foodbloggerin hat sich Ditte Ingemann mittlerweile einen Namen gemacht. Fast eine Viertelmillion Menschen folgt auf Instagram den Beiträgen der Dänin, in denen sie nicht nur fotografische Erinnerungen an Urlaubsreisen teilt, sondern vor allem ihr Essen gekonnt in Szene setzt. Zum Motiv taugt alles, was auf dem Teller liegt. Den Beweis, dass die kulinarischen Fotomodelle nicht nur schöner Schein sind, sondern auch geschmacklich überzeugen, will sie nun mit ihrem zweiten Kochbuch antreten.

Bei "Veggie Love" wird das Spotlight aufs Gemüse gerichtet. Nach eigener Aussage spielt das eine ganz besondere Rolle im Leben der Ditte Ingemann: "Von einem Rundgang auf dem Gemüsemarkt kann ich ganz high werden". Eine derart rauschhafte Liebe will an die Leserschaft weitergegeben werden. Deshalb plädiert sie dafür, Gemüse auch mal in den Mittelpunkt von Gerichten zu stellen und nicht nur als schnöde Beilage zu servieren. Ihre 80 Rezepte sollen das Umdenken rechtfertigen und zeigen, was sich mit ein wenig Kreativität alles aus Gemüse zaubern lässt. Einfach umzusetzen, auch für Gemüsenovizen, bleiben die Gerichte dennoch - es fällt sogar die Selbstbezeichnung "grünes Fastfood". Schließlich legt Ingemann Wert darauf, dass kein Gericht länger als vierzig Minuten bis zum Verzehr braucht. Gesund bleibt's natürlich trotzdem.

Ihr Rezeptfundus beginnt bei Frühstückstipps für die Extraportion Vitamine am Morgen und erstreckt sich über kalte und lauwarme Salate hin zu Suppen, Hauptgerichten und Beilagen. Alle Speisen sind vegetarisch, in den kurzen Einführungstexten empfiehlt Ingemann aber häufiger eine optionale Fisch-oder Fleischbeilage, falls den LeserInnen manch Rezept eine Spur zu karg erscheint. Will man gleich jede Kreation mit einem Extra an Proteinen kombinieren, erfährt man aus einer zusätzlichen Übersicht, welches Fleisch wozu am besten schmeckt.

Für alle, die es besonders gerne herzhaft mögen, könnte problematisch sein, dass den vielen Salatvorschlägen eine nicht ganz so große Menge Hauptmahlzeiten gegenübersteht. Und hier und da knurrt alleine beim Blick aufs Foto einer als Hauptgericht deklarierten Speise der Magen. Da gerät man leicht in Versuchung, schnell zur erwähnten Beilagenübersicht zu blättern. Ein Plus sind aber die Hintergrundinfos am Buchanfang sowie der Saisonkalender. In Ersteren verrät Ingemann, welche Sorten mit welchen Vitaminen und Mineralstoffen punkten können und Letzterer ist eine nützliche Entscheidungshilfe für alle, die Wert auf umweltfreundliche Ernährung legen.

Erfreulicherweise wird Ingemann ihrem Anspruch gerecht, dass das Gezeigte in vertretbarer Zeit und ohne größere Handwerkskünste auch in der heimischen Küche gelingt. Anders als in vielen Kochbüchern zu aktuellen Essenstrends wird man außerdem nicht zur Anschaffung von Spezialgeräten gedrängt - Standardwerkzeuge wie Mixer oder Backofen reichen völlig aus, um den Großteil der Rezepte umzusetzen. Deshalb ist Ditte Ingemanns "Veggie Love" eine anregende Zusammenstellung für all jene, die dem Gemüse gern einen prominenteren Platz auf ihren Tellern einräumen wollen. Auch wenn man ab und an den Eindruck gewinnt, dass es gerne noch ein wenig sättigender sein dürfte, zeigen die 80 Rezeptideen vor allem die Vielfalt, mit der sich Gemüse zubereiten lässt. Das Buch ist eine schmackhafte Ideensammlung und tritt den Beweis an, dass man Gemüsegerichte nicht nur gut fotografieren, sondern auch mit Genuss essen kann. Und wer weiß, ob nicht in Zukunft manch LeserIn ebenfalls auf dem Gemüsemarkt von einem High-Gefühl ergriffen wird.

Ditte Ingemann
Veggie Love - 80 Gemüserezepte für den ganzen Tag
184 Seiten, gebunden
ISBN: 978-3799511506
18,00€
Erschienen im Jan Thorbecke Verlag


Stand: 10.04.2017


 
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