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Hintergrundinfo

Geld ist gespeicherte Energie

In Umfragen erklärt seit Jahren eine Mehrheit der Befragten: "Die Beachtung sozialer und ökologischer Kriterien im Finanzwesen ist für mich wichtig". Gleichzeitig geben die meisten an, sie wüssten nicht, wie und wo sie passende Angebote finden können.

Dies sei noch eine Schwäche des "grünen Geldes", meint Ingo Scheulen vom Beraternetz-werk ökofinanz-21 e.V.. Während auf der Ebene der Produktgeber und Wissen-schaftler eine lebhafte Debatte über Ethik, Wirtschaft und Geld stattfinde, merke in der Öffentlichkeit bislang kaum jemand etwas davon.

Lange Zeit unbeachtet führte der Markt nachhaltiger Geldanlagen ein Nischendasein. Doch seit die IT-Blase an den Börsen geplatzt ist und die Kurse scheinbar stabiler Weltkonzerne ins Bodenlose gefallen sind, stellen immer mehr Akteure fest, dass es Wirtschaftszweige und Unter-nehmen gibt, die beinahe unbeeindruckt ihren Wachstumskurs fortsetzen. Unternehmen, die wirtschaftlichen Erfolg mit einer nachhaltigen Entwicklung im Sinne der Agenda' 21 verbinden. Diese scheinen auf lange Sicht die Nase vorn zu haben.

Viele Investitionen in den letzten Jahren sind nur mit dem Geld privater Anleger möglich gewesen, insbesondere auf dem Sektor der erneuerbaren Energien (Wind, Solar, Biomasse). Aber auch soziale und ökologische Wohnprojekte wie die Solarsiedlung Vauban in Freiburg waren ohne Engagement und Geld der Bürger nicht denkbar.

Inzwischen sind in Deutschland mehr als 120 Investmentfonds zugelassen, die mehr oder weniger den Anspruch erheben, soziale und Umweltbelange bei der Titelauswahl zu berücksichtigen. Nach einer aktuellen Studie des Forums Nachhaltige Geldanlagen e.V. haben deutsche Anleger bis Ende 2005 rund 6 Mrd. Euro in nachhaltige Geldanlagen investiert - direkte Unternehmensbeteiligungen nicht mitgerechnet.
Auch schon für wenig Geld - ab 20,- Euro im Monat - kann man dabei sein. Von der Riester-Rente bis zur freien privaten Altersvorsorge bietet der grüne Geldmarkt inzwischen fast alles, was es bis vor einigen Jahren nur bei den herkömmlichen Anbietern gab.

Mehrere Lebensversicherer sind inzwischen mit "Öko"-Varianten auf dem Markt. "Die private Vorsorge für den Ruhestand kann heute mit ethischem Investment ver-knüpft werden, ohne dass man Abstriche an der Rendite in Kauf nehmen muss", erklärt Ingo Scheulen, Makler für ökologische Finanzdienstleistungen aus Bad Salzuflen. "Eher im Gegenteil", ergänzt sein Kollege Samuel Begasse aus dem schwäbischen Dußlingen. "Einige unserer Favoriten haben in den letzten Jahren konventionelle Fonds sogar deutlich hinter sich gelassen."

Ein bloßes Etikett wie "öko" oder "nachhaltig" ist allerdings kein Nachweis für etwas wirklich anderes. Kunden nachhaltiger Anlagen scheinen besonders kritisch zu sein. Samuel Begasse erläutert dies an einem Beispiel: "Wenn z. B. ein Aktienfonds von sich behauptet, er achte auf den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen, gleichzeitig aber in Aktien von Unternehmen investiert, die einen Teil ihres Geschäfts mit genmanipuliertem Saatgut betreiben oder Steuerungssysteme für Artilleriegeschütze entwickeln, dann kann das nicht akzeptiert werden." Transparenz und Glaubwürdigkeit seien unverzichtbar, wenn man höhere ethische und moralische Maßstäbe anlege. Ingo Scheulen fügt hinzu: "Wir sprechen bei unseren Beratungen eigentlich nicht über Gelder, sondern hauptsächlich über persönliche Werte, Ziele und Lebenspläne."

Die Orientierung auf dem Markt der alternativen Geldanlagen ist nicht ganz einfach. Nicht jede Anlageform passt für jede/n. Eine unabhängige fachkundige Beratung ist auf jeden Fall ratsam, auch wenn diese nicht gerade an der nächsten Straßenecke zu finden ist.
Adressen können über die Interessenverbände "Forum Nachhaltige Geldanlagen" und "ökofinanz-21" erfragt werden.

www.oekofinanz-21.de
www.forum-ng.de
www.ethikfonds-vergleich.de

Quelle: www.natur.de und www.eco-world.de


 



 
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