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Hintergrundinfo

Nachhaltiges Investment auf dem Siegeszug -
Wie die grünen Banken den Markt erobern

Man muss nicht Bill Gates sein, um in der Welt etwas Großes bewirken zu können. Hätte in den neunziger Jahren niemand in Windenergie investiert, gebe es heute wahrscheinlich keine der ca. 15.000 deutschen Windkraftwerke!

Immer mehr Menschen haben verstanden, dass sie auch mit Ihrem überschaubaren Kapital gemeinsam Großes vollbringen können. Die Kunden fragen immer stärker danach, was mit ihrem Geld geschieht, wo es eingesetzt wird und was damit gefördert wird. Durch die hohe Transparenz der grünen Banken wird Vertrauen geschaffen. Vielleicht war das einer der Gründe, weshalb die ökosoziale

© Thorben Wengert / pixelio.de

Investmentbranche während der Finanzkrise stetige Zuwächse verzeichnen konnte. Die Auswahl an nachhaltigen Investmentgelegenheiten ist mittlerweile riesig und reicht von Tagesgeldkonten, Sparbriefen bis hin zu Fonds und Aktien.

Welche Grünen Banken gibt es?


Wer sein Geld ethisch korrekt anlegen möchte, kann das unter anderem bei drei deutschen Banken tun: Bei der 1974 gegründeten GLS Bank mit Sitz in Bochum bei der Umweltbank in Nürnberg und bei der Ethikbank im ostthüringischen Eisenberg.

Marktführer ist momentan die GLS Bank. Mit dem Geld von 87.000 Kunden kommt die Bank aktuell auf rund 1,88 Mrd. Euro. Sie ist die einzige grüne Bank, die ein kleines Filialennetz unterhält. Gefolgt wird die GLS Bank von der 1994 gegründeten Umweltbank mit einer Bilanzsumme von rund 1, 5 Mrd. Euro Ende 2009. Das sind ganze 29 Prozent Zuwachs im Vergleich zum Vorjahr. Die Ethikbank ist bisher noch die Kleinste unter den grünen Banken. Sie wurde 2002 als Tochter der Volksbank Eisenberg gegründet. Gemeinsam kamen Mutter und Tochter Ende 2009 auf überschaubare 270 Millionen Euro.

Möchte man sein Geld in Aktien oder Fonds anlegen, gibt es neben den Banken noch eine Reihe anderer Unternehmen, wie etwa Windwärts in Hannover, die grüne Investitionsgelegenheiten anbieten.

Ich will wissen, in welche Projekte mein Geld fließt

"Ab dem Zeitpunkt, an dem die Menschen ihr Geld bei einer Bank anlegen, herrscht normalerweise "black box" und sie müssen die Verantwortung vollkommen abgeben", erklärt Pressesprecher der GLS Bank, Christof Lützel. "Bei der Gründung unsere Bank vor 37 Jahren, war klar, dass es bei uns für die "demokratischen Bürger" möglich sein muss, mitzuentscheiden, was mit ihrem Geld geschieht."

Die GLS Bank bietet den Kunden bis heute die größte Transparenz unter den Banken. Sie eröffnet den Anlegern nicht nur, wie sie das Geld einsetzt, sondern man kann sogar selbst entscheiden, welchen Bereich z.B. ökologischer Landbau oder Gesundheit, man mit seinem Geld fördern möchten - Und das schon bei dem ganz normalen Girokonto.

Die Ausschlusslisten der GLS Bank sind ebenso umfangreicher, als bei ihren Konkurrentinnen. So wird nicht nur Nein zu Rüstungsindustrie, Atomenergie, Kinderarbeit und Gentechnik gesagt, sondern z.B. auch zu Alkohol, Tabak, Tierversuchen, Embryonenforschung und Pornografie. Bei den Kriterien sollte man allerdings auf Details achten. Beispielsweise schließt die GLS Bank alle Tierversuche aus, während die Ethikbank, die das Verbot von Tierversuchen erst kürzlichst hinzufügte, nur Tierversuche für Kosmetika ausschließt.

Um die Schwerpunkte der Banken herauszufinden, hilft ein Blick auf die Positivkriterien und Mittelverwendungen der Geldinstitute:

Die GLS Bank setzt neben ökologischen und sozialen auch kulturelle Ziele. So investierte die Genossenschaftsbank 2009 17 Prozent in regenerative Energien, gute 16 Prozent in freie Schulen und Kindergärten und mit jeweils rund 11 Prozent finanzierte sie Behinderteneinrichtungen, Bau -und Wohnprojekte. Außerdem wurden neben einer Reihe anderer Projekte 9, 6 Prozent für Leben im Alter und weitere 6, 2 Prozent für Kultur verwendet.

Die Umweltbank setzt ihren Schwerpunkt auf ökologische Investitionen. Zum 30. Juli 2010 investierte sie knappe 50 Prozent ihrer Mittel in Solaranlagen, 28,5 Prozent in ökologische Baufinanzierungen und 15,1 Prozent in Wind- und Wasserkraftprojekte.

Die Ethikbank verfolgt neben ökologischen Zielen auch soziale Ziele, wie Gleichberechtigung der Frauen und Schaffung und Erhalt von Arbeitsplätzen. Ganz nach dem Prinzip "Gläserne Bank" veröffentlicht auch sie Ihre Mittelverwendung zum 16. August 2010, woraus deutlich wird, dass hauptsächlich in ökologische Projekte investiert wurde. So wurden ganze 83, 5 Prozent der Geldmittel in erneuerbare Energien gesteckt. Mit 14,1 Prozent förderte die Ethikbank die CO2-Reduzierung und weitere 1, 7 Prozent wurden für andere soziale und ökologische Projekte ausgegeben.

Und die Rendite?

Die These "Ökobanken = wenig Rendite" kann sich schon lange nicht mehr halten. Die Zinssätze sind zwar etwas geringer, als bei anderen Banken, aber für den sozialen und ökologischen Mehrwert nehmen die Kunden das gerne in Kauf. Möchte man beispielsweise 15.000 Euro als Sparbrief für 10 Jahre anlegen, kassiert man bei der GLS Bank momentan attraktive 3,0 Prozent Zinsen p.a., dicht darauf folgt die Umweltbank mit 2,95 Prozent p.a. und die Ethikbank mit 2,8 Prozent p.a..In den ersten Reihen der Rankinglisten sind die grünen Banken damit zwar nicht, aber das Schlusslicht bilden sie schon lange nicht mehr.

Wenn man sein Erspartes fest anlegen möchte, gilt es sich vorher genau über Anlagekonditionen, Anlagevarianten und Sicherheiten zu informieren. Für den Zinssatzvergleich bietet sich FocusOnline an. Für die, die es riskanter mögen, gibt es viele grüne Aktien und Fonds, die gute Aussichten auf tolle Renditen bieten.

Am Ende entscheidet allerdings nicht nur der Zinssatz, sondern auch das Vertrauen zur Bank. "Bei uns gibt es keine Bonizahlungen und Provisionen", versichert Christof Lützel, Pressesprecher der GLS Bank. Die Anleger wissen die hohe Transparenz und die vielen Mitentscheidungsoptionen der grünen Banken zu schätzen, welche daher sicherlich auch weiterhin mit steigenden Kundenzahlen rechnen können. Denn wer mag es nicht, dass gute Gefühl etwas in der Welt verbessert zu haben?

Jasmin Vettel, Umweltzentrum Hannover e.V.


 
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