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Hintergrundinfo

Biohonig schmeckt Mensch und Natur

Honig ist das älteste Süßungsmittel überhaupt: Schon lange bevor der klassische Haushaltszucker bei uns Einzug gehalten hat, süßten die Menschen ihre Speisen mit Honig. Aus der Bioküche und Vollwerternährung ist Biohonig nicht wegzudenken, zumal er wie kein anderes Süßungsmittel ein schonend gewonnenes Naturprodukt ist. Als Brotaufstrich oder zum Süßen von Backwaren, Tees oder Süßspeisen ist Honig allseits beliebt.

Bienen leisten wichtige Bestäubungsarbeit
Bienen versorgen uns nicht nur mit Honig, Pollen und Wachs, sondern tragen wesentlich zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Schließlich bestäuben sie bei ihrer Nektarsuche die Blüten von Wild- und Kulturpflanzen. Damit sind sie unverzichtbare Helfer beim Anbau vieler Obstsorten (Kern- und Steinobst wie Äpfel, Kirschen und Pflaumen, Beerensträucher) und vieler anderer Nahrungspflanzen wie etwa Raps, Erbsen oder Kürbisse. Auch bei der Samengewinnung der meisten Futter- und Gemüsepflanzen sind sie unentbehrlich.

Wie entsteht Honig?
Bienen sammeln den Nektar von blühenden Pflanzen und machen daraus Honig. Doch zuvor reichern die Bienen den Nektar mit körpereigenen Stoffen wie etwa Säuren und Enzymen an. Damit der Nektar den Winter über haltbar bleibt, dicken die Bienen ihn ein, indem sie immer wieder einen Nektartropfen über den Rüssel abgeben und aufsaugen. Daraus entsteht Honig, den die Bienen in die Wabenzellen im Bienenstock einlagern und dort reifen lassen. Neben Blütennektar kann auch so genannter Honigtau die Grundlage für Honig sein: Diese zuckerhaltigen Tröpfchen hinterlassen Insekten, wenn sie an Nadeln oder Blättern von Bäumen süßen Pflanzensaft saugen. Den Honigtau sammeln die Bienen und bereiten daraus Waldhonig zu. Während der Blütezeit produzieren die fleißigen Insekten mehr Honig als sie selbst zur Aufzucht ihrer Brut brauchen. Von diesem Honig ernten die Imkerinnen und Imker einen Teil für uns.

Enorme Honigvielfalt
So vielfältig die Wild- und Kulturpflanzen auch sind, die den Nektar für den Honig liefern, so sehr unterscheiden sich die einzelnen Honigsorten. Ob nahezu weiß, goldgelb, bernsteinfarben oder schwarzgrün, jede Honigsorte ist gut an ihrer Farbe erkennbar und hat einen charakteristischen Geschmack (mild, feinherb oder würzig). Manche sind sehr dünnflüssig, andere eher cremig oder gar zähflüssig.
Biohonig gibt es in Hülle und Fülle: regional oder aus dem Ausland stammend, als Vielblütenhonig oder sortenrein wie etwa Akazienhonig, Eukalyptushonig, Manukabaumhonig oder Weißtannenhonig. Entsprechend groß ist in der Regel das Biohonigangebot im Naturkosthandel und vereinzelt auch im normalen Supermarkt. Wer direkt in einer Imkerei Biohonig einkaufen möchte, hat im Internet unter vielen Anbietern die Wahl.

Ökologische Bienenhaltung

Standort
Damit keine Schadstoffe in den Honig gelangen, schreiben die EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau vor, dass Bioimkerinnen und -imker ihre Bienenstöcke an Standorten mit geringer Umweltbelastung aufstellen: In einem Umkreis von drei Kilometern rund um den Bienenstock, also den Hauptflugrouten, sollten größtenteils Wälder oder biologisch oder zumindest extensiv bewirtschaftete Felder und Wiesen vorkommen.

Material
Die Bienenstöcke, in der Imkersprache "Beuten" genannt, bestehen in einer Bioimkerei aus Naturmaterialien wie Holz, Lehm oder Stroh. Das Holz darf nur mit bestimmten Stoffen behandelt werden. Die Mittelwände, die als Grundlage für den Bau der Waben dienen, sind aus Biowachs. Die Richtlinien der ökologischen Anbauverbände gehen hier teilweise über die EU-Vorschriften hinaus.

Fütterung
Honigbienen nutzen ihren gesammelten Nektar normalerweise als Wintervorrat. Bioimkerinnen und -imker belassen einen Teil des Honigs als Winterfutter in den Beuten. Damit die Bienen gut über den Winter kommen und junge Völker heranwachsen können, ist es zusätzlich erlaubt, Biozucker zu füttern.
Die EU-Richtlinien für den ökologischen Landbau regeln außerdem den Umgang mit den Bienen: So verbieten sie unter anderem das Beschneiden der Flügel der Königin. Denn mit gekürzten Flügelspitzen ist die Königin nicht mehr flugfähig. Manche Imkereien versuchen so zu verhindern, dass ein Teil des Bienenvolkes nach dem Ausschwärmen nicht mehr zum Bienenstock zurückkehrt und verlorengeht. Auch chemisch-synthetische Mittel, um die Bienen bei der Ernte - dem Sammeln des Honigs - zu beruhigen, sind nicht erlaubt.

Herkunft der Tiere
Laut der EU-Verordnung sollten in einer Bioimkerei bevorzugt die Westliche Honigbiene (Apis mellifera), auch Europäische Honigbiene genannt, und ihre lokalen Ökotypen zum Einsatz kommen. Neu hinzugekaufte Bienen müssen aus ökologischen Imkereien stammen. Zehn Prozent der Königinnen und Schwärme sind aus konventionellen Betrieben erlaubt.

Krankheitsbekämpfung
Die Varroamilbe gilt als der bedeutsamste Bienenschädling weltweit und muss in jedem Bienenvolk bekämpft werden, sonst überlebt es nicht. Gegen einen Befall dürfen Bioimkerinnen und -imker nur organische Säuren wie Ameisen- und Oxalsäure einsetzen.

Wenig Wasser und reich an Enzymen
EU-Bioimkereien produzieren ihren Honig genau wie konventionelle Betriebe nach der deutschen Honigverordnung oder den Qualitätsstandards des deutschen Imkerbundes. In den EU-Rechtsvorschriften zum ökologischen Landbau finden sich keine eigenen Vorschriften zur Qualität.
In manchen Punkten gehen der deutsche Imkerbund und die Ökoanbauverbände über die gesetzlichen Bestimmungen hinaus: Während gemäß deutscher Honigverordnung im Honig bis zu 20 Prozent Wasser enthalten sein darf, sind beim deutschen Imkerbund und beispielsweise bei Naturland und Bioland nur 18 Prozent erlaubt. Denn je niedriger der Wassergehalt ist, desto höher ist die Qualität des Honigs. Außerdem ist es bei der Herstellung wichtig, den Honig nicht über 40 Grad Celsius zu erwärmen. Ansonsten könnten die im Honig enthaltenen wertvollen Enzyme kaputtgehen.

Honig aus dem Ausland - nicht garantiert gentechnikfrei
Der Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen ist in vielen Teilen der Welt bereits weit verbreitet, vor allem in Südamerika und in Nordamerika. Das hat auch Folgen für den dort produzierten Honig. Denn längst sind auch in manchen Biohonigen, die hier auf den Tisch kommen, Pollen von gentechnisch verändertem Soja und anderen Kulturpflanzen zu finden. Aus dem Honigetikett geht dies jedoch nicht hervor, Pollen gelten aus Sicht der EU als natürlicher Bestandteil von Honig und müssen deshalb nicht als Zutat aufs Etikett. Wer Gentechnik-freien Honig bevorzugt, ist bei Honig aus Deutschland auf der sicheren Seite.

Stand: 02.11.2017


 


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