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Hannover stoppt Becherflut

Fast drei Milliarden Coffee-to-go-Becher werden jährlich in Deutschland verbraucht - über 18 Millionen allein in Hannover. Dagegen setzt die Abfallwirtschaft Region Hannover (aha) jetzt gemeinsam mit der Stadt Hannover ein Zeichen: Mit dem sympathischen "Hannoccino-Becher" soll die Flut der Einwegbecher eingedämmt werden. In einer ersten Auflage von 24.000 Stück geht der praktische Pfandbecher an den Start. Der weitestgehend aus Biobestandteilen hergestellte Mehrwegbecher ist rot eingefärbt und mit der Stadtsilhouette versehen.

"Ich freue mich, starke Partner wie Hannover 96, das Hannover Congress Centrum und die Bäckerinnung für den Hannoccino-Becher gewonnen zu haben. Der hannoversche Mehrwegbecher ist ein Schritt in die richtige Richtung", sagt die Schirmherrin der Aktion, Sabine Tegtmeyer-Dette, Erste Stadträtin und Wirtschafts- und Umweltdezernentin der Landeshauptstadt Hannover. Und weiter: "Mit dem ressourcenschonenden Pfandsystem möchten wir die Bürgerinnen und Bürger dafür gewinnen, ihren Beitrag zum Umweltschutz zu leisten."

"aha hat ein starkes Interesse, die Stadtsauberkeit stetig zu verbessern und gleichzeitig die Reinigungskosten zu senken. Denn Einwegbecher sind längst zu einem Problemfall für die Papierkörbe in der hannoverschen City geworden", sagt Mathias Quast, Abteilungsleiter Stadtreinigung bei aha. "Sie können die Massen an weggeworfenen Bechern nicht mehr fassen oder werden durch übergroße XXL-Becher hoffnungslos verstopft. Landen die Becher erst einmal auf der Straße, müssen sie von der Straßenreinigung, häufig mehrmals täglich, entfernt werden." aha organisiert das Pfandsystem, damit für die Nutzer und Nutzerinnen möglichst wenig Aufwand entsteht. Je mehr Betriebe mitmachen, um so einfacher wird es für die Nutzer und Nutzerinnen, da die Becher an vielen Standorten im Stadtgebiet abgegeben werden können.

Das sagen die Partner:

Hannover 96: "Hannover 96 freut sich über das große Engagement der Landeshauptstadt Hannover und unterstützt das Projekt sehr gern. Wir arbeiten bereits seit Jahren mit einem Mehrwegbecher-System bei Spielen und Veranstaltungen in der HDI Arena und haben damit bereits gute Erfahrungen gemacht", so Thorsten Meier, Leiter Stadionbetrieb / Vertrieb / Organisation von Hannover 96.

HCC: "Für das HCC war es selbstverständlich, die Realisierung dieses sinnvollen und notwendigen Konzepts zu unterstützen. In der Sache ist es mehr als vernünftig und für das HCC ein Anliegen und ein weiterer Baustein im Nachhaltigkeitskonzept des Hauses, das nunmehr seit fast 10 Jahren als Alleinstellungsmerkmal im Veranstaltungsgeschäft immer weiterentwickelt worden ist und als permanentes Verbesserungs- und Optimierungskonzept verstanden wird", sagt Joachim König, Direktor des Hannover Congress Centrums.

Bäckerinnung: "Für uns als größter Nahversorger für die tägliche Dosis Kaffee ist es eine große Chance, aktiv etwas für den Umweltschutz zu tun", freut sich Cord Buck, Obermeister der Bäckerinnung.

Die Verschmutzung von öffentlichen Plätzen, Straßen und der Natur durch Coffee-to-go- Becher nimmt seit Jahren stetig zu, denn die Kaffeenachfrage steigt kontinuierlich an. Auch das Bedürfnis, Speisen und Getränke unterwegs und zwischendurch zu verzehren, scheint immer noch zuzunehmen. Aber auch der gegenläufige Trend hin zum Mehrwegbecher findet immer mehr Anhänger, darauf weisen die Deutsche Umwelthilfe und die Verbraucherzentralen hin.

In Deutschland werden stündlich 320.000 Einwegbecher verbraucht. Im Jahr entspricht dies fast drei Milliarden Bechern. Laut Deutscher Umwelthilfe werden für deren Herstellung zehntausende Tonnen Holz und Kunststoff sowie Milliarden Liter Wasser benötigt. Für die Produktion ist jährlich eine Energiemenge nötig, mit der man eine Kleinstadt versorgen könnte. Dabei entspricht die Lebensdauer eines Einweg-Coffee-to-go-Bechers durchschnittlich nur 15 Minuten. Laut der Deutschen Umwelthilfe trank jeder Deutsche durchschnittlich 162 Liter Kaffee, davon rund fünf Prozent aus Einwegbechern. Bei der Herstellung der in Deutschland verbrauchten Coffee-to-go-Becher entstehen CO2-Emissionen von rund 83.000 Tonnen. Die meisten Einwegpappbecher sind innen mit dem Kunststoff Polyethylen beschichtet. Deshalb können sie nur langsam abgebaut werden. Die übrigbleibenden Kunststoffteilchen zerfallen in Mikroplastik und können wieder in den Nahrungskreislauf gelangen.

Weitere Informationen zum "Hannoccino" Pfandsystem gibt es unter www.hannoccino.de. Interessierte können außerdem eine E-Mail an hannoccino@aha-region.de schreiben.

Stand: 19.06.2017


 


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