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Hintergrundinfo

Löwenstein resümierte auf der BÖLW-Tagung "Wem gehört die Biomasse?" auf der Grünen Woche: "Die Landwirtschaft der Zukunft ist ökologisch und bäuerlich."

"Wir stehen mitten in einer sehr grundsätzlichen Auseinandersetzung um die Ressourcen der Landwirtschaft", so Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft. "Mit dem Konzept der Bio-Ökonomie versucht die Industrie, die Priorität auf die industrielle Verwertung unserer biologischen Lebensgrundlagen zu legen - zulasten von Landwirten, Umwelt und Verbrauchern. Dabei findet sie Unterstützung bei Forschungsministerin Schavan, die mit Steuermilliarden das Vorhaben stützt." Getrieben wird die Entwicklung durch die Verknappung der fossilen Brennstoffe, die nun durch landwirtschaftliche Erzeugnisse ersetzt werden sollen.

Pat Mooney machte bei der Tagung auf dramatische Entwicklungen im Saatgutbereich aufmerksam. Während 1970 noch 7.000 Unternehmen im Saatgutmarkt aktiv waren, kontrollieren heute 10 Unternehmen bereits zwei Drittel des Marktes. Sie setzen auf eine Handvoll von Kulturen und verdrängen so die Vielfalt auf dem Acker. Insbesondere Kleinbauern bauen dagegen weltweit noch mehr als 7000 Kulturpflanzen an.

Der Kanadier Mooney, Träger des alternativen Nobelpreises, analysierte: "Für die Industrie ist die Gentechnik nur eine strategische Maßnahme, um den Saatgutmarkt von Konkurrenten zu bereinigen und Kontrolle über das Saatgut zu erlagen. Von ihren großen Versprechungen hat sich trotz Milliarden an staatlichen Forschungsmitteln auch nach 30 Jahren noch nichts erfüllt." Mooney wies darauf hin, dass mit dem Konzentrationsprozess im Saatgutbereich dramatisch viele Kulturpflanzen verloren gehen. "Damit verliert die Menschheit entscheidende Ressourcen, um auf Umweltveränderungen wie den Klimawandel reagieren zu können."

Christine von Weizsäcker, die bei zahlreichen internationalen Verhandlungen zur Biodiversität die Interessen der Zivilgesellschaft einbrachte, forderte von der Politik die aktive Umsetzung des Verursacher- und des Vorsorgeprinzips bei neuen Technologien. "Solange die Wissenschaft uneinig über die Risiken der Gentechnik ist und solange deren Wirkungskette nicht vollständig bekannt ist, darf sie aus Vorsorgegründen keine Anwendung finden." Weizsäcker wies auch auf das Versagen der Agro-Gentechnik hin: "Sie leistet keinen Beitrag, um die dramatischen Entwicklungen wie den Verlust an biologischer Vielfalt zu stoppen oder die Ernährung der Armen der Welt zu sichern." Sie machte deutlich, dass der Gentechnik-Forschung jede Erfolgskontrolle fehle.

Stand: 03.02.2011


 
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