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Hintergrundinfo

Erfreut Mensch und Natur: Umweltfreundliche Gartenpracht

Spielt das Wetter mit, werden die Ostertage gerne genutzt, um den Garten für die warme Saison auf Vordermann zu bringen. Egal ob beim Gemüseanbau oder im Blumenbeet - mit ein paar einfachen Tipps wird das heimische Grün nicht nur für den Menschen paradiesisch, sondern punktet auch mit Umweltfreundlichkeit.

Erste Weichen können schon beim Einkauf gestellt werden: Worin die Pflanzen betten? Viele Blumenerden enthalten nämlich Torf. Um das zu gewinnen, müssen Moore trockengelegt und somit zerstört werden. Dadurch geht seltener und sensibler Lebensraum verloren, der kaum renaturierbar ist. Noch schlimmer: Moore sind wichtige CO2-Speicher. Diese Funktion erlischt beim Abbau und das CO2 gelangt in die Luft. Besser sind deshalb torffreie Alternativen, die in vielen Läden mittlerweile angeboten werden. Allerdings sollte man auch bei Bio-Erde noch einmal genau hinschauen, denn das Siegel ist keine Garantie für Torffreiheit. In der Region Hannover besteht bis Ende April die Möglichkeit, garantiert torffreie Erde auf den Kompostmärkten von aha zu erhalten. Die entsprechenden Termine sind auf der Webseite des Veranstalters aufgelistet.

Entscheidend für den umweltfreundlichen Garten ist aber natürlich nicht nur, worauf es grünt - sondern vor allem was. Der Weg führt oft zum Baumarkt-Sortiment. Dort angebotene Samen sind aber zumeist nicht samenfest. Das bedeutet, dass keine Nachzucht aus den Pflanzen möglich ist und man jedes Jahr neu kaufen muss. Weitere Probleme mit konventionellem Saatgut sind, dass es sich in der Regel um nicht-heimische und speziell gezüchtete Sorten handelt. Die gefährden schlimmstenfalls die heimische Flora und sind für die meisten Insekten kaum nutzbar. Weil mittlerweile ein Großteil des verkauften Saatguts von einigen wenigen Firmen stammt, droht eine Verarmung der weltweiten Sortenvielfalt. Zu allem Überfluss macht Biene & Co. zu schaffen, dass viele Saatgüter mit Pestiziden belastet sind.

Glücklicherweise gibt es sowohl im Online- als auch im Offline-Handel Anbieter, die sich auf den Verkauf von samenfesten Bio-Saatgütern spezialisiert haben. In verbandszertifizierten Bio-Gärtnereien besteht die Möglichkeit zum Kauf aus erster Hand. Eine weitere Möglichkeit sind Saatgutbörsen oder Märkte, die beispielsweise von der Initiative "Vermehrungsgarten Hannover" sowie von Verbänden wie NABU oder BUND angeboten werden.

Der Fokus vieler Bio-Saatgutfreunde liegt auf dem Erhalt "alter Sorten", die durch den Vertrieb konventioneller Pflanzenhybriden immer stärker in den Hintergrund rücken. Dabei sind alte Sorten über Jahrhunderte vom Menschen kultiviert wurden und somit ein schmackhaftes Stück Geschichte. Mit dem Anbau dieser Pflanzen im eigenen Garten trägt man zur Bewahrung der Sortenvielfalt bei. Schließlich stehen alleine 1.800 Nutzpflanzen auf der Roten Liste der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung und gelten damit als bedroht. Was einst Standard auf den Feldern war, kann heute - im wahrsten Sinne des Wortes - ein außergewöhnlicher Farbtupfer fürs heimische Beet sein.

Stand: 10.04.2017


 


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