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Hintergrundinfo

Den Eiercode entschlüsseln: Woher kommt mein Osterei?

Eier sind eines der vielseitigsten Lebensmittel überhaupt. Egal ob als Spiegelei, Omelette, im Teig oder einfach hartgekocht zum Frühstück - bei vielen Verbrauchern findet das Hühnerei täglich Verwendung und Zutat diverser Gerichte ist es sowieso. Zur Osterzeit stehen Eier besonders im Fokus. Was gibt verantwortungsbewussten Ei-Fans Orientierung?

Woher ein Ei kommt und unter welchen Bedingungen es produziert wurde, kann man direkt an seiner Schale ablesen. Seit einigen Jahren unterliegen Eier einer Kennzeichnungspflicht, der mittels aufgedrucktem Code nachgekommen wird. Die erste Zahl informiert dabei über die Haltungsform der Legehenne. 0 steht für Bio-Haltung, 1 für Freilandhaltung und eine 2 bedeutet Bodenhaltung. Die Haltungsformen unterscheiden sich unter anderem durch den Platz, den die Hennen im Stall haben, durch das verwendete Futter und hinsichtlich der Auslaufmöglichkeiten. Bei der Bodenhaltung haben Hühner beispielsweise keinen Zugang zum Außenbereich, in der Freiland- und Bio-Haltung hingegen schon. Auslaufmöglichkeiten bedeuten allerdings nicht, dass die Tiere diese auch tatsächlich nutzen. Gerade in Großbetrieben sind die Bereiche häufig so gestaltet, dass die Hühner ihren Stall trotz der Möglichkeit nicht verlassen. Eine Regelung zu artgerechten Außenbereichen fehlt bislang.

Bio unterscheidet sich von konventioneller Freilandhaltung unter anderem dadurch, dass den Tieren nicht vorbeugend Medikamente gegeben werden dürfen und sie höherwertiges Bio-Futter erhalten. In den Ställen gesteht man den Hennen mit 6 Tieren pro Quadratmeter außerdem mehr Platz gegenüber anderen Haltungsformen zu, bei denen 9 Tiere pro Quadratmeter erlaubt sind. Besonders empfehlenswert ist es, nicht nur auf die EU-Biokennzeichnung zu achten, sondern zusätzlich auf Verbandslogos von Demeter oder Bioland. Die Kriterien der Verbände gehen teilweise deutlich über die Mindestanforderungen der EU-Bioverordnung hinaus. So wird beispielsweise in den Regeln festgehalten, dass die Tiere zu einem hohen Anteil regionales und nicht zugekauftes Bio-Futter fressen oder dass sie mehr Platz und artgerechtere Außenbereiche erhalten. Wenn ein Bioland-oder Demeter-Siegel zusätzlich zum EU-Biosiegel auf der Verpackung prangt, ist es auch eine Sicherheit dafür, dass die gesamte Produktion des Erzeugerbetriebs nach den hohen Standards des entsprechenden Verbands betrieben wird. Nur dann werden die Betriebe nämlich zertifiziert. Das EU-Logo können hingegen auch Hybridhöfe erhalten, die lediglich einen Teil ihrer Produkte nach Bio-Maßstäben produzieren. Ein Schwerpunkt von Verbänden wie Demeter oder Bioland liegt auf kleinen Betrieben mit geringem Verkaufsradius. Kauft man eine Packung Eier mit entsprechendem Zertifikat im örtlichen Biomarkt, kann man zumeist davon ausgehen, dass es sich um ein regionales Produkt handelt.

Endgültige Sicherheit kann der Eicode geben. Nach der Ziffer für die Haltungsform enthält er einen Länderhinweis. DE steht für Deutschland. Die nachfolgende Zahl gibt dann das Bundesland an, wobei 03 Niedersachsen bedeutet. Wer es genau wissen will, kann außerdem über die restlichen Ziffern den Herkunftsbetrieb und die Stallnummer nachvollziehen. Sowohl auf der Webseite des Kontrollverbands KAT als auch neuerdings über Handy-Apps kann der Code ausgelesen werden.

Übrigens: Passend zur Osterzeit finden sich derzeit bei allen Supermärkten und Discountern fertig gekochte und bemalte Eier. Das ist zwar praktisch, leider holt man sich damit aber oft die schlechteste Ei-Variante ins Haus. Da die Fertigeier als verarbeitet gelten, sind sie von der Kennzeichnungspflicht mittels Code ausgenommen. Deshalb verwenden die Hersteller häufig Eier, auf denen eigentlich eine 3 am Anfang prangen müsste. Diese steht für "Kleingruppenhaltung", den Nachfolger der mittlerweile verbotenen Käfighaltung. Hierbei werden Hühner in großen Gruppen in kleinen Volieren gehalten. Auf Grund der damit verbotenen Tierquälerei wird Kleingruppenhaltung ab 2025 ebenfalls EU-weit verboten sein. Da die Haltungsform mittlerweile als verpönt und beinahe unverkäuflich gilt, findet man sie selten als solche gekennzeichnet im Eierregal. Vielen Verbrauchern ist sie deshalb kaum noch bekannt. Mittels bunter Bemalung schaffen es die Hersteller zur Osterzeit aber leider doch, manchmal ein "faules Ei" ins Osterkörbchen zu schmuggeln. Als bessere Alternative bleibt, Eier an einem schönen Familiennachmittag selbst zu bemalen oder sie naturfarben zu belassen - weiß oder braun schmeckt das Frühstücksei schließlich auch.

Stand: 10.04.2017


 


 
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