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Hintergrundinfo

Mit Genuss auf Reisen - der Slow Food Genussführer 2017/18

Mit der Jahreszahl 2017/18 liegt die inzwischen dritte Ausgabe des Slow Food Genussführers vor. Bereits bei der Vorstellung der ersten beiden Ausgaben lobten wir an dieser Stelle den innovativen Ansatz dieses Führers, viele regionale Slow Food-Teams auf die Suche nach authentischen Wirtshäusern mit guter Küche zu schicken. Dies ermöglicht es, die durchaus subjektiv interpretierbaren Ansprüche von Slow Food an eine saisonale, regionale, handwerklich gekonnte Küche auszufüllen. Die lyrischen Beschreibungen, die mitunter wie Anpreisungen daherkommen, machen den Genussführer zu einem Lesebuch für die Lust des Reisens. Dies hebt das Buch positiv ab gegenüber den konventionellen Gastronomieführern, die wie Nachschlagewerke daherkommen.

Da wir uns mit der Slow Food-Auswahl in Hannover und dessen Umland bereits anlässlich der ersten beiden Genussführer-Ausgaben 2014 und 2015 ausführlich beschäftigt haben, wollen wir diesmal die Einladung des Buches aufgreifen und auf eine virtuelle Reise gehen. Eine mehrtägige Radtour entlang der Tauber steht im kommenden Jahr an, für die Stationen gesucht werden. Doch wie zur Tauber finden? Da zeigt sich eine der Schwächen des Buches: es ist streng nach Bundesländern sortiert, die nationale Übersichtskarte ist sehr abstrakt und enthält nahezu keine regionalen Orientierungshilfen. Im Ortsregister finden wir Tauberbischofsheim, das zu Baden-Württemberg gehört, doch einige Kilometer flussaufwärts quert die Tauber die Grenze zu Bayern. Nur wer dies mit geeigneter Karte herausfindet, kann schließlich das Landhaus zum Falken in Adelshofen als passendes Quartier ermitteln. Die Aufzählung der regionalen Spezialitäten im Genussführer, wie z.B. "Kalbskutteln in feiner Rieslingsoße" oder "Zwiebelrostbraten wie der Chef ihn liebt" und die Bilder von diesem 400 Jahre alten Gasthof steigern die Spannung auf den Besuch. Hierher würden wir ohne den Genussführer schwerlich finden und vermutlich im nahen Rothenburg mit seiner touristisch orientierten Gastronomie verbleiben. Doch wie sieht es mit vegetarischen Angeboten auf der Karte aus? Schließlich hat die Nachfrage hiernach in den letzten Jahren deutlich zugenommen und ein nennenswerter vegetarischer Anteil trägt deutlich bei zu Klimafreundlichkeit, Ernährungsgerechtigkeit und anderen nachhaltigen Werten, die auch Slow Food teilt. Wir finden hier nur ein Angebot: Hausgemachte Käsespätzle mit Röstzwiebeln und Salat. Ein sicherlich beliebtes und leckeres Essen, doch da wäre mehr möglich. Zwar sind Bio-Angebote sind in dieser Ausgabe erstmals besonders gekennzeichnet, dennoch könnten die Slow Food-RedakteurInnen hierauf für die nächste Ausgabe besonders achten und die vegetarischen Angebote stärker hervorheben.

Ein Neuling im Genussführer zeigt wie man mit vegetarischen Angeboten in moderner Form glänzen kann: das Hotel Rathaus Wildemann im Harz macht mit "Topinambur Küchlein/ Büffelmozzarella/ Sonnenblumenkerne/ Rosenblüten" Lust auf mehr. Offenbar erwacht der Harz allmählich aus seinem kulinarischen Dornröschenschlaf. Die bereits früher vorgestellten Ausflugsziele in Clausthal-Zellerfeld glänzen immer noch. Der Erwerb des Genussführers lohnt sich mit der Zweijährigkeit jetzt noch mehr.
Wir empfehlen: greifen Sie zu!

Eberhard Röhrig-van der Meer

Slow Food Genussführer Deutschland 2017/18
Slow Food Deutschland e.V. (Hrsg.)

608 Seiten
ISBN 978-3-86581-809-6
24,95 EUR
Oekom Verlag, München


Stand: 09.12.2016


 
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