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Hintergrundinfo

BDIH Richtlinie "kontrollierte Naturkosmetik"


Die Kriterien der BDIH-Richtlinie definieren den Begriff "kontrollierte Naturkosmetik" auf sachlich korrekte und nachvollziehbare Weise. Sie sollen darüber hinaus einen fairen Wettbewerb der Hersteller und Vertreiber von Naturkosmetika ermöglichen. Die Richtlinie soll den Begriff Naturkosmetik transparent machen. Sie trägt damit den berechtigten Verbrauchererwartungen nach sicheren und ökologischen Produkten Rechnung. Sie beschreibt Qualitätsstandards für Naturkosmetikprodukte, die sich auf die Gewinnung bzw. Erzeugung der Kosmetikrohstoffe, sowie auf deren Verarbeitung beziehen. Bei der Gewinnung der verwendeten Rohstoffe wird darauf geachtet, dass die Natur wenig gestört wird und in ihrer Lebensform erhalten bleibt, wobei die Belange des Tier- und Artenschutzes besonders berücksichtigt werden. Eingriffe durch Genmanipulation in das Erbgut von Tieren und Pflanzen werden abgelehnt. Die Umwandlung der Rohstoffe zu kosmetischen Präparaten soll schonend und mit wenigen chemischen Prozessen erfolgen.



Die Bevorzugung natürlicher Rohstoffe ergibt sich zu einem großen Teil aus ihrer ökologischen Überlegenheit, vor allem wenn sie aus kontrolliert-biologischem Anbau oder anderweitig verantwortungsvollem Umgang mit natürlichen Ressourcen stammen. Außerdem handelt es sich bei den natürlichen Substanzen durchweg um Rohstoffe, die eine gemeinsame Evolution mit dem Menschen durchlaufen haben, so dass hier überwiegend ein geringes toxikologisches Risikopotential vorliegt.



Auch die Forderung nach durchschaubaren Produktions- und Sozialzusammen-hängen wird durch Naturprodukte am ehesten erfüllt. Die meisten entstammen dem Pflanzenreich, mit einigen Ergänzungen mineralischen und tierischen Ursprungs. Dazu kommt eine eng begrenzte Auswahl technischer Erzeugnisse, die der Verbrauchersicherheit und den Qualitätserwartungen der Verbraucher dienen.



Die Auskunftsbereitschaft von Rohstoffproduzenten und -lieferanten ist als solche bereits ein wichtiges Beurteilungskriterium. Produkten mit Rohstoffen ungenügender Transparenz wird das Prüfzeichen des BDIH nicht erteilt.



Das Prüfzeichen "kontrollierte Naturkosmetik" steht dem BDIH e.V. angeschlossenen Unternehmen zur Verfügung, die die Bestimmungen dieser Richtlinie erfüllen. Die Einhaltung der Kriterien der Richtlinie wird durch unabhängige Kontrollinstitute gewährleistet.



Die Richtlinie soll als lebende Richtlinie verstanden werden, die ständig Neuerungen und Verbesserungen unterworfen werden kann. Alle Punkte sind als verbindlich zu betrachten. Im Anhang folgen zudem weitere Zielsetzungen.



Kriterien:

1. Pflanzliche Rohstoffe


Einsatz pflanzlicher Rohstoffe soweit möglich aus:

- kontrolliert-biologischem Anbau (kbA), unter Berücksichtigung von Qualität und Verfügbarkeit

- zertifizierter Wildsammlung


2. Tierschutz

- Weder bei der Herstellung noch bei der Entwicklung oder Prüfung der Endprodukte werden Tierversuche durchgeführt noch in Auftrag gegeben.

- Rohstoffe, die vor dem 01.01.1998 noch nicht im Markt vorhanden waren, dürfen nur dann verwendet werden, wenn sie nicht im Tierversuch getestet worden sind. Außer Betracht bleiben hierbei Tierversuche, die durch Dritte durchgeführt wurden, die weder im Auftrag noch auf Veranlassung des Auftraggebers gehandelt haben, noch mit diesen gesellschaftsrechtlich oder vertraglich verbunden sind.

- Der Einsatz von Rohstoffen toter Wirbeltieren (z.B. Walrat, Schildkrötenöl, Nerzöl, Murmeltier-fett, tierische Fette, tierisches Collagen und Frischzellen) ist nicht gestattet.

3. Mineralische Rohstoffe

Der Einsatz anorganischer Salze (z.B. Magnesiumsulfat) und mineralischer Rohstoffe (z.B. Natriumchlorid) ist grundsätzlich gestattet. Ausnahme siehe unter Punkt 5.

4. Rohstoffe mit beschränktem Einsatz

- Für die Herstellung von Naturkosmetik können Bestandteile verwendet werden, die durch Hydrolyse, Hydrierung, Veresterung, Umesterung, oder sonstige Spaltungen und Kondensationen aus folgenden Naturstoffen gewonnen werden:

- Fette, Öle und Wachse

- Lecithine

- Lanolin

- Mono-, Oligo- und Polysaccharide

- Proteine und Lipoproteine

Den konkreten Rohstoffeinsatz regelt die aktuelle Positivliste für die Entwicklung und Herstellung von kontrollierter Natur-Kosmetik.

5. Bewusster Verzicht auf:

- organisch-synthetische Farbstoffe

- synthetische Duftstoffe

- ethoxilierte Rohstoffe

- Silikone

- Paraffine und andere Erdölprodukte

Zulassungskriterium für natürliche Riechstoffe ist die ISO-Norm 9235.

6. Konservierung

Zur mikrobiologischen Sicherheit der Produkte werden, neben natürlichen Konservierungssystemen, nur bestimmte naturidentische Konservierungsmittel zugelassen:

- Benzoesäure, ihre Salze und Ethylester

- Salicylsäure und ihre Salze

-Sorbinsäure und ihre Salze

-Benzylalkohol

Beim Einsatz dieser Konservierungsstoffe muss der Zusatz: "Konserviert mit... [Name des Konservierungsstoffes]" erforderlich!

7. Keine radioaktive Bestrahlung

Eine Entkeimung von organischen Rohstoffen und kosmetischen Endprodukten durch radioaktive Bestrahlung ist nicht gestattet.

8. Kontrolle

Die Überprüfung der Einhaltung oben aufgeführter Kriterien wird durch unabhängige Prüfinstitute gewährleistet. Die Einhaltung der Kriterien wird durch das verbandseigene Prüfzeichen dokumentiert.

Weitere Zielsetzungen:

Transparenz

- Herstellung mit durchschaubaren Verfahren

- Konsequente Verbraucheraufklärung

Aktiver Einsatz gegen Gentechnik

- Da die Gentechnik in der Landwirtschaft umstritten und ökologisch nicht vertretbar ist, wird der biologische Anbau unterstützt.

Ökologische Verträglichkeit

- Ausschließlich natürliche Ausgangsrohstoffe

- Umweltschonende Herstellverfahren

- Optimale Abbaubarkeit der Rohstoffe und Fertigprodukte

- Sparsame, umweltverträgliche und recyclingfähige Verpackungen

- Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen

Soziale Verträglichkeit

- Rohstoffe aus Fair Trade und Dritte-Welt-Projekten

- Gebrauch und Entsorgung

- Kollegiales Miteinander


Weitere Informationen gibt's unter www.kontrollierte-naturkosmetik.de


BDIH e.V. - ein Verband sorgt für Sicherheit


Der BDIH (Bundesverband Deutscher Industrie- und Handelsunternehmen für Arzneimittel, Reformwaren, Nahrungsergänzungsmittel und Körperpflegemittel) ist eine 1951 gegründete Vereinigung von Herstellungs- und Vertriebsunternehmen mit Sitz in Mannheim.

Der BDIH ist im europäischen Verband der Hersteller von Gesundheitsprodukten (EHPM) organisiert sowie Mitglied im Bund für Lebensmittelrecht und Lebensmittel-kunde (BLL). Der BDIH berät seine Mitglieder in allen rechtlichen Fragen zur Herstellung und Vermarktung von kosmetischen Mitteln, Lebensmitteln (insbesondere Nahrungsergänzungsmittel, diätetische Lebensmittel), Medizin-produkten und freiverkäuflichen Arzneimitteln. Neben der rechtlichen Beratung vertritt der BDIH die Interessen seiner Mitglieder gegenüber Behörden und Gesetzgebern auf nationaler und europäischer Ebene.

Die breite Streuung des Tätigkeitsgebietes entspricht einem in den letzten Jahren gewachsenen Trend, der die "ganzheitliche" Sorge um das Wohlbefinden des Verbrauchers in den Mittelpunkt stellt. Mittlerweile wird mit dem Begriff "Wellness" eine breite Palette von Produkten und Leistungen verbunden, die Kosmetik, gesunde und funktionelle Ernährung sowie schonende Krankheitsprophylaxe und Behandlung umfasst. Dem BDIH gehören derzeit über 440 Unternehmen aus den genannten Bereichen an.

Wesentliches Arbeitsmittel sind die vom BDIH gegründeten Fachkreise und Arbeitsgruppen, die auch in Zusammenarbeit mit anderen Stellen aktuelle Probleme und Aufgaben bearbeiten. In den Arbeitsgruppen haben die Mitglieder eine direkte Möglichkeit, ihre Interessen einzubringen. Hierzu gehören unter anderen:

· Arbeitsgruppe Naturkosmetik

Sie erarbeitete die Richtlinie "Kontrollierte Naturkosmetik", nach der seit Januar 2001 richtlinienkonforme Naturkosmetikprodukte mit einem Verbands-Prüfzeichen versehen werden können. Wichtigstes Ziel der Richtlinie ist die Vermeidung von Verbraucherirreführung durch die Festlegung von Kriterien für Naturkosmetik.

· Arbeitsgruppe Nahrungsergänzungsmittel

Sie tritt für eine europaweite liberale Regelung für Nahrungsergänzungsmittel und die Abschaffung von Handels- und Versorgungshemmnissen ein und hat sich in die Gesetzgebung zur inzwischen verabschiedeten EU-Richtlinie Nahrungsergänzungsmittel mit eingebracht.

· Arbeitsgruppe Rohstoffe

Sie befasst sich mit den spezifischen Fragestellungen, die sich aus den Regelungen zur Zusammensetzung und Kennzeichnung kosmetischer Mittel ergeben.

· Arbeitsgruppe Dermokosmetik

Sie stellt ihren Mitgliedern Abgrenzungskriterien und Marketinginstrumente für spezielle funktionelle Körperpflegemittel zur Verfügung.

Der BDIH veranstaltet regelmäßig Fachtagungen, auf denen sich auch Nichtmitglieder über aktuelle Fragen von kompetenten Referenten informieren lassen können, er unterstützt seine Mitglieder bei Messeauftritten und leistet firmenübergreifende Pressearbeit. Weitere Informationen finden Sie unter www.bdih.de und BDIH Presseinformationen.


 



 
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