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Region im Dialog
Positives Fazit des Klimaschutzjahrs 2008 - Region bleibt am Ball
Klimaschutz soll künftig bei der Verkehrsentwicklungsplanung der Region und im Regionalen Raumordnungsplan ein stärkeres Gewicht bekommen. Der öffentliche Personennahverkehr soll weiter ausgebaut werden. Darüber hinaus erarbeitet die Region Hannover eine geothermische Kartierung, um künftig die Möglichkeiten der Geothermie besser nutzen zu können. Das sind nur einige wenige der insgesamt knapp 100 Ziele und Vorhaben, die im Entwurf des neuen Klimaschutz-Rahmenprogramms verankert sind. Am Montagabend hat Prof. Dr. Axel Priebs, Umweltdezernent der Region Hannover, erste Eckpunkte im Rahmen der Veranstaltung "Region im Dialog" vorgestellt. "Wir wollen als Region Hannover künftig alle fünf Jahre einen Klimaschutzbericht vorlegen, basierend auf einer jeweils aktuellen CO2-Bilanz", kündigte der Erste Regionsrat an. Bis Ende März soll der Entwurf für das Klimaschutz-Rahmenprogramm breit politisch diskutiert und dann beschlossen werden.
Umweltdezernent Prof. Dr. Axel Priebs stellt das
Klimaschutz-Rahmenprogramm der Region
Hannover vor.

Zuvor hatte Prof. Dr. Günter Groß vom Institut für Meteorologie und Klimatologie der Universität Hannover vor rund 130 Zuhörern die Frage nach einem nachweisbaren Klimawandel gestellt. Seine Antwort: "Nein, wir können den Klimawandel nicht nachweisen. Aber die Indizien sind so stark, dass wir handeln müssen." Anschaulich erläuterte er die Grundlagen der Klimaforschung, wies auf Unwägbarkeiten, aber auch auf Anzeichen für einen Klimawandel hin. Seine These: "Das größte Problem wird in Zukunft die Wasserversorgung sein." Nach Berechnungen der Experten erhöhten sich die Niederschlagsmengen im Winter und reduzierten sich im Sommer. "Und wenn es dann im Sommer regnet, sind das Sturzbäche und keine freundlichen Schauer", prophezeite Prof. Dr. Groß an.

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde deutlich, dass das Bewusstsein, den CO2-Ausstoß senken zu müssen, wächst. So berichtete Walter Petry, Bereichsleiter der Sparkasse Hannover, über den Umbau der Sparkassenfiliale in Lehrte-Hämelerwald, deren CO2-Emission deutlich reduziert wurde. Kornelia Hülter, Geschäftsführerin des Zweckverbands Abfallwirtschaft aha, kündigte an, dass aha künftig bei der Abfallverarbeitung austretende Gase noch stärker zur Stromerzeugung nutzen werde. Durch die Abdeckung von Deponien werde der Abfallentsorger zudem den Austritt von Schadstoffen in die Atmosphäre senken. Hermann Heldermann, Bürgermeister von Gehrden, berichtete über die Arbeiten an einem lokalen Klimaschutz-Aktionsprogramm. "Es ist nicht immer einfach, die Bürgerinnen und Bürger zu erreichen", räumte er ein. Udo Sahling, Geschäftsführer der Klimaschutzagentur Region Hannover, mahnte weitere Anstrengungen an. Auf die Frage von Moderator Harald Grube, wo in diesem Marathon die Gesellschaft derzeit stehe, sagte Sahling: "Wir sind gerade noch auf dem Weg zur Startlinie." Als Beispiel nannte er das Ziel der Landeshauptstadt Hannover, alle kleinen und mittleren Unternehmen energetisch zu beraten. "Das sind 20.000 Firmen, und wir schaffen als Klimaschutzagentur 100 Beratungen pro Jahr."

Regionsumweltdezernent Prof. Dr. Priebs machte deutlich, dass sich die Anstrengungen im Klimaschutz nicht auf das Klimaschutzjahr 2008 beschränken werden. "Das Klimaschutz-Rahmenprogramm ist eine gute Grundlage für unser zukünftiges Handeln." Der Ausschuss für Umwelt und Naherholung wird sich am 2. Dezember mit der Vorlage der Verwaltung beschäftigen.