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Initiative für gentechnikfreies Norddeutschland startet
Auch in Norddeutschland wird die Stimme für eine gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung unüberhörbar. Sprecher des Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen, Hamburg - in dem sich über 60 Organisationen aus den Bereichen Landwirtschaft, Saatgut, Umwelt- und Verbraucherschutz, Entwicklungspolitik sowie Ärzteorganisationen, Kommunen und Verarbeitungsunternehmen zusammen geschlossen haben - stellten Ende September in Hannover den Start einer norddeutschen Initiative vor.

Die Sprecher führen aus: "Über 1.000 Bäuerinnen, Bauern, Imker und Gärtner haben in den letzten Wochen vor dem Erntedankfest eine freiwillige Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet und damit ihren Verzicht auf die Ausbringung von gentechnisch verändertem Saatgut erklärt. Sie bewirtschaften eine landwirtschaftliche Nutzfläche von über 42.000 Hektar.

Unsere Initiative ist eine wichtige Verstärkung der Bewegung der Gentechnikfreien Regionen in Deutschland, in der sich mittlerweile über 180 Regionen zusammengeschlossen haben. Die Initiative ist eine gute Grundlage, um auch im Norden der Republik der schleichenden Verunreinigungsstrategie der Gentechnikkonzerne die rote Karte zu zeigen. Wichtige Unterstützung hat die Initiative von bislang über 100 norddeutschen Verarbeitungsunternehmen aus dem Ernährungshandwerk erhalten, die diese Initiative ausdrücklich begrüßen.

Auch Imker haben sich der Initiative angeschlossen, um ihre Existenzgrundlage durch die Erzeugung gentechnikfreien Honigs zu sichern. Wir werden zum Jahreswechsel eine Landkarte veröffentlichen, wo die Orte der Unterzeichner eingetragen werden. Damit können wir aufzeigen, dass der Spielraum für potentielle Gentechnikanbauer auch im Norden immer enger wird.

Die Spitze des Bauernverbandes laden wir ein, nicht weiter in der Frage der Gentechnik herum zu eiern sondern unsere Initiative zu unterstützen, zumal die Basis des Bauernverbandes sich nicht in die Abhängigkeit der Gentechnikkonzerne begeben möchte. Im Gegensatz zu den Senatsregierungen in Hamburg und Bremen, die ihre Sympathie und ihre Unterstützung für unsere Initiative erklärt haben, betätigt sich die Landesregierung Niedersachsen bislang als Pate der Gentechnik-Industrie und rechtfertigt dies mit der wachsenden Weltbevölkerung und des Welthungers.

Statt weiter Millionen an Steuergeldern für die Förderung der Gentechnik zu verschwenden, fordern wir Ministerpräsident Wulff und Landwirtschaftsminister Ehlen zu einem Umdenken und zur Sicherung der gentechnikfreien Landwirtschaft auf. Selbst Manager der Gentechnikkonzerne halten die Technologie nicht für tauglich, um den Welthunger zu stoppen und kurzfristig die Erträge zu steigern. Zusammen mit allen wichtigen Organisationen der Dritte-Weltbewegung sind wir uns einig, dass Hunger und Armut ein Verteilungsproblem ist und freier Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und Bildung der effektive Hebel für die Hungerbekämpfung ist und nicht eine Risikotechnologie.

Das Bündnis ruft Bauern, Gärtner, Imker und Unternehmen auf, unsere Initiative weiter zu verstärken, damit die Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung in Norddeutschland gentechnikfrei bleibt."
(Kontakt: 04131-400720 oder -407757).