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Energieeffizienz lohnt sich!
Private Haushalte sind mit 139 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr der zweitgrößte Stromverbraucher in Deutschland. Hier liegt ein enormes Einsparpotenzial für die Umwelt und Ihren Geldbeutel.

Stromkosten durch Stand-by lassen sich vermeiden.
Oft wird Strom durch unnötigen Stand-by-Betrieb und andere Leerlaufformen vergeudet. Doch wer Fernseher, Hifi-Anlage und Co. ständig im Stand-by-Modus laufen lässt, muss dafür bezahlen - bei einem Strompreis von 17 Cent pro Kilowattstunde etwa 90 Euro jährlich.

Was viele unterschätzen: Jedes Watt Stand-by-Leistung im Dauerbetrieb kostet jährlich etwa 1,50 Euro. Das klingt zunächst wenig. Trotzdem darf man nicht vergessen, dass in einem durchschnittlich ausgestatteten Haushalt mit all seinen Geräten einiges zusammenkommt - wenn man nicht richtig ausschaltet.

Wenn Sie Ihre Geräte nicht nutzen, trennen Sie diese vollständig vom Stromnetz. So vermeiden Sie überflüssigen Energieverbrauch. Am besten achten Sie schon beim Kauf auf Geräte mit einem echten Ausschalter und niedrigem Stand-by-Stromverbrauch. Ist kein richtiger Ausschalter vorhanden, ziehen Sie einfach den Stecker - bequemer ist jedoch eine so genannte schaltbare Steckdosenleiste.
Bei Kompaktanlagen, Video- und DVD-Recordern ist jedoch zu beachten, dass Einstellungen wie Uhrzeit und Datum durch die Trennung vom Stromnetz verloren gehen können - ein Blick in die Bedienungsanleitung gibt Ihnen Aufschluss darüber.


Neue Hausgeräte verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom
Ob Waschmaschine, Kühlschrank oder Herd - Haushaltsgeräte sind echte Lebensabschnittspartner: Sie bleiben in der Regel zehn bis 15 Jahre an Ihrer Seite. Deshalb lohnt es sich, beim Kauf nicht nur auf den Preis, sondern auch auf die Energieeffizienz des neuen Geräts zu achten. Rund ein Drittel des privaten Stromverbrauchs geht auf Kosten von Kühlschrank und Co. Das birgt ein erhebliches Einsparpotenzial, denn sie verbrauchen Strom für rund 300 Euro im Jahr1. Rund ein Drittel davon könnte gespart werden, wenn alle Geräte durch aktuelle Modelle ersetzt würden. Denn gerade in den vergangenen 15 Jahren hat sich in Sachen Energieverbrauch von Hausgeräten einiges getan.

So weist Deutschlands Marktführer bei Großgeräten im Haushalt, die BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, darauf hin, dass allein der Stromverbrauch eines Kühlschranks seit 1990 um circa 80 Prozent reduziert werden konnte. Bei Herd, Waschmaschine und Geschirrspüler sind es - je nach Gerät und Nutzungsintensität - zwischen 40 und fast 50 Prozent.

Wie viel Strom ein Hausgerät benötigt, kann der Verbraucher heute jederzeit schnell und einfach anhand des europäischen Energielabels erkennen. Auf dem europaweit einheitlichen Etikett finden sich in der jeweiligen Landessprache in kompakter Form die wichtigsten technischen Daten für jedes Gerät, unter anderem auch die Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch. Das auffälligste Merkmal dieses Labels ist die Angabe der Energieeffizienz der Geräte anhand der so genannten Energieeffizienzklassen (A++ bis G). Ein Gerät der Klasse A und besser ist besonders sparsam im Verbrauch von Energie, während Geräte der Klasse G relativ viel Energie benötigen.



Ein Beispiel verdeutlicht, dass man mit einem neuen Gerät bis zu 60 Prozent der Kosten sparen kann: Eine aktuelle Kühl-Gefrier-Kombination (A+) mit einem Fassungsvermögen von 300 Litern verbraucht pro Jahr Strom für 49 Euro. Bei einem vergleichbaren Gerät aus dem Jahr 1990 liegt der Stromverbrauch dagegen bei 115 Euro im Jahr.2 Das bedeutet eine Ersparnis von 66 Euro für den Konsumenten.

Zu ähnlichen Ergebnissen kommt man, wenn man Waschmaschinen von gestern und heute miteinander vergleicht. So verbrauchte eine Waschmaschine von 1970 für einen einzigen Waschgang noch eine ganze Badewanne voll Wasser: 200 Liter flossen damals für fünf Kilo Wäsche durch die Maschine. 1990 waren es für einen einzigen Waschgang mit ebenfalls fünf Kilo Wäsche noch 68 Liter Wasser und 1,3 kWh Strom. Eine aktuelle Waschmaschine braucht heute nur noch 43 Liter Wasser und 1,02 kWh Strom - bei einem Fassungsvermögen von sechs Kilogramm Wäsche. In Euro und Cent bedeutet das bei durchschnittlicher Nutzung und auf Basis der heutigen Strom- und Wasserpreise pro Jahr eine Ersparnis von über 30 Euro gegenüber einer alten Maschine von 19902 - und das bei einem Kilo Wäsche pro Waschgang mehr.

Übrigens: Wer sein altes Hausgerät gegen ein neues tauscht, spart nicht nur bei den laufenden Kosten, sondern tut auch noch etwas für die Umwelt. Aktuelle Untersuchungen gehen davon aus, dass allein in Deutschland derzeit rund 48 Millionen größerer Hausgeräte benutzt werden, die älter als zehn Jahre sind; in jedem der 39 Millionen deutscher Haushalte also durchschnittlich mehr als eines. Würden sie alle durch moderne, besonders energieeffiziente Geräte ersetzt, würde das eine Energieeinsparung von sieben TWh (Milliarden Kilowattstunden) pro Jahr bedeuten. Das entspricht dem jährlichen Strombedarf von rund eineinhalb Millionen Haushalten. Das sind mehr Haushalte als in Hamburg und dem Saarland gemeinsam.

Gleiches Licht, weniger Kosten.
Obwohl Glühlampen in der Anschaffung im Vergleich zu Energiesparlampen um einiges billiger sind, erweisen sich Energiesparlampen als die bessere Wahl. Das liegt an ihrer längeren Lebensdauer und am deutlich niedrigeren Stromverbrauch.

Auch Lampen werden mit dem EU-Label gekennzeichnet. Somit können Sie bereits beim Einkauf verschiedene Lampenmodelle nach deren Energieeffizienz vergleichen. Wegen ihrer geringen Energieeffizienz kommen Glühlampen in der Bewertung nicht über die Klasse D hinaus. Anders dagegen die Energiesparlampen, die meist die Klasse A erreichen. In die Klasse B steigen sie nur dann ab, wenn sie aus ästhetischen Gründen von einem milchigen Glaskolben umhüllt werden, der etwas Licht absorbiert.

Energiesparlampen gibt es in vielen unterschiedlichen Formen und Größen. So ist der Einsatz einer Energiesparlampe auch dort möglich, wo er früher eher schwierig war. Für einen Kronleuchter gibt es heute beispielsweise Energiesparlampen in Kerzenform. Am besten, Sie machen sich selbst ein Bild von der Formenvielfalt heutiger Energiesparlampen. Aus gesundheitlicher Sicht sind Tageslicht Vollspektrum Röhren besonders empfehlenswert.

Weitere Informationen rund um das Thema Stromeffizienz im Haushalt unter www.stromeffizienz.de oder bei der kostenlosen Energie-Hotline: (08000)736734. Die Initiative EnergieEffizienz ist eine Aktionsplattform der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) für effiziente Stromnutzung in allen Verbrauchssektoren.

Auch für die Sektoren Dienstleistung, Industrie und Gewerbe bietet die Initiative EnergieEffizienz Informationen zur effizienten Stromnutzung: www.initiative-energieeffizienz.de

Alles zur Energieeffizienz im Gebäudebereich - vom Energieausweis über die Modernisierung bis zum Contracting findet man auf der dena-Seite:
www.zukunft-haus.info

Das Wissensportal der dena für allen Fragen zum Energiesparen und zu erneuerbaren Energien: www.thema-energie.de

1) Durchschnittliche Verbrauchswerte in einem 4-Personen Haushalt gemäß VDEW-Datenkatalog zum Haushaltsstromverbrauch 2002
2) Basis: Strompreis 0,19 Euro/kWh; Wasserpreis 4,00 Euro/m³,
Quellen: Ceced washing machine study. Öko-Institut, Freiburg, November 2004 and March 2005; Ceced Case study refrigerators and freezers. Öko-Institut, Freiburg, June 2005
Erhältlich unter www.ceced.be und www.oeko.de

Quelle: natur & kosmos und www.eco-world.de