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Hintergrundinfo

Weniger wegwerfen

Sommerzeit ist Ferienzeit. Der Urlaub ist gebucht, die Reise lange geplant, aber der Kühlschrank kurz vor der Abreise oft noch voll. Jetzt heißt es kreativ werden: Beim kurzfristigen "Loswerden" überzähliger Lebensmittel helfen Freundeskreis, Verwandtschaft, Nachbarinnen und Nachbarn oder Portale wie zum Beispiel foodsharing.de. Dort können einwandfreie Lebensmittel eingestellt und so kostenlos an Interessierte abgeben werden. Besser und stressfreier ist es natürlich, rechtzeitig und bedarfsgerecht zu planen.

Nach einer Studie der Universität Stuttgart wirft jeder von uns pro Jahr durchschnittlich 82 Kilogramm Lebensmittel weg - das entspricht etwa zwei vollgepackten Einkaufswagen. Aufs ganze Land hochgerechnet ergibt das einen gewaltigen Berg von 6,7 Millionen Tonnen. Den produzieren wir, die Verbraucherinnen und Verbraucher. Hinzu kommt, was Erzeugerinnen und Erzeuger, Bäckereien, Supermärkte und Gastronomiebetriebe wegwerfen.

Erst planen - dann einkaufen
Auch Biokundinnen und -kunden sind nicht vor der Wegwerffalle gefeit. Wir geben uns zwar alle Mühe, so einzukaufen, dass alles zeitnah auf den Teller kommt. Von der leckeren Vielfalt im Supermarkt werden wir jedoch gelegentlich dazu verführt, mehr in den Einkaufswagen zu legen, als wir essen können. Wir greifen zur günstigen Großpackung, obwohl wir schon ahnen, dass sie ewig im Schrank stehen wird. Wir wollen unbedingt immer etwas von diesem leckeren Mangojoghurt im Kühlschrank haben, verpassen aber, ihn auch zu essen, bevor das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) abgelaufen ist. Immerhin: Wir wissen schon, dass der Joghurt meist auch noch wunderbar schmeckt, wenn er eine Woche überfällig ist. Auch bei Käse, Wurst und Milch lohnt es sich, zunächst nach der eigenen Nase zu gehen und dann vorsichtig zu probieren, auch wenn das MHD schon überschritten ist. Produkte aus dem Handel, die am nächsten Tag ablaufen, sind ebenfalls noch genießbar und oft sogar günstiger. Wer genau weißt, dass er/sie ein Lebensmittel schnell verbrauchen wird, kann nach der Packung mit der kürzesten Mindesthaltbarkeit greifen und damit nachhaltig handeln.

Tipps gegen Lebensmittelverschwendung
Schon auf dem Bauernhof wird ein Teil des angebauten Obsts und Gemüses gar nicht geerntet oder aussortiert, bevor es in den Verkauf gelangt. Das liegt nicht daran, dass es nicht schmeckt oder schlecht ist. Vielmehr haben viele Supermärkte eine Norm, wie zum Beispiel Kartoffeln aussehen sollen: Nicht zu groß, nicht zu klein und möglichst wohlgeformt. Verbraucherinnen und Verbraucher, die gute, aber nicht dem "Schönheitsideal" entsprechende Lebensmittel vom Bauern direkt in ihrer Region kaufen, setzen ein Zeichen für mehr Nachhaltigkeit. So vermeiden sie außerdem noch weite Transportstrecken der Produkte und schmecken tun sie mindestens genauso gut.

Auch Bäckereien werfen manchmal das Brot vom Vortag weg, obwohl es noch gut schmeckt. Viele verkaufen inzwischen aber auch Ware am Folgetag für den halben Preis. Beispielsweise bei Roggenbrot ist das kein Problem. Es hält locker circa eine Woche. Auch hier gilt: Wer mitmacht, tut etwas gegen die Lebensmittelverschwendung.

Stand 07.08.2015