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Klimagipfel in Kopenhagen
Biolandbau - Retter des Klimas?

(aid) - Dass die Landwirtschaft Mitverursacher für den Klimawandel ist, zugleich aber auch stark unter den Folgen leidet, ist hinlänglich bekannt. Doch um dem Potenzial von nachhaltigen Landbewirtschaftungsmethoden zur Minderungs- und Anpassungsstrategie an den Klimawandel mehr Gehör zu verschaffen, sind auch Institutionen auf dem Klimagipfel in Kopenhagen vertreten, die den Nutzen nachhaltiger Methoden hervorheben.

Richtig bewirtschaftete Böden haben beispielsweise ein riesiges Potenzial, Kohlenstoff zu binden. Dem müsse in einem neuen Klimaabkommen Rechnung getragen werden, betont das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Zu den Stärken des Biolandbaus gehöre die Nutzung der Regelkreisläufe innerhalb der Ökosysteme, und über den Aufbau eines hohen Humusgehaltes entwickele der Boden eine dauerhafte Bindungsfähigkeit. Auch der Verzicht auf chemische Düngemittel trage zur Reduktion von Treibhausgas-Emissionen bei. Kritiker reklamieren allerdings, die klimaschonende Wirkung des ökologischen Landbaus würde vor allem durch die Abschaffung von Vieh erreicht. Der Grund: Wie ihre konventionell gehaltenen Artgenossen stießen auch Ökorinder Methan aus, das für die Atmosphäre wesentlich schädlicher ist als CO2. Um die Landwirtschaft klimaverträglicher zu machen, müssten laut Verbraucherschützern der Konsum von Rindfleisch und Milchprodukten reduziert werden. Immerhin sei aber der Biolandbau das einzige Landbausystem, das die Kriterien des Weltklimarates IPCC für eine klimafreundliche Landwirtschaft erfülle, argumentiert das FiBl und fordert daher eine weltweite Förderung des Biolandbaus.

Weitere Informationen: klima.fibl.org


aid, Friederike Eversheim