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BUND: Große Herausforderung für Dirk Niebel
Welternährung trotz Wirtschaftskrise nicht vernachlässigen

Gräfelfing/Mainz - Angesichts der ungelösten globalen Probleme wie Klimawandel und Ernährungskrise tritt der neue Entwicklungsminister Dirk Niebel ein verantwortungsvolles Amt an. Naturland und der Weltladen-Dachverband wünschen ihm im Rahmen ihrer Kampagne "Öko + Fair ernährt mehr!" für die bevorstehenden Entscheidungen viel Kraft und Mut.

"Bei über einer Milliarde hungernder Menschen weltweit steht die Weltgemeinschaft vor einer sehr großen Herausforderung. Dieser Verantwortung darf sich die Bundesrepublik Deutschland und damit auch die FDP, die das Ministerium schon einmal abschaffen wollte, keinesfalls entziehen", argumentiert Hans Hohenester, Naturland Landwirt und Vorsitzender des Präsidiums.

Können die Millennium Development Goals bis 2015 noch erreicht werden?
"Die globale Herausforderung der Armutsbekämpfung und Ernährungssicherung muss endlich ernst genommen werden. Die "Millennium-Entwicklungsziele" können nur erreicht werden, wenn alle Verantwortlichen zielgerichtet, effizient und mit Hochdruck an dieser Aufgabe arbeiten", appelliert Maria Gubisch, Vorstandsvorsitzende des Weltladen-Dachverbands. Dirk Niebel hat in seiner Antrittsrede selbst die Nahrungsmittelkrise 2008 als Indikator genannt, dass ländliche Entwicklung ein wichtiger Schwerpunkt seiner Legislaturperiode sein muss. Naturland und der Weltladen-Dachverband unterstützen dies und weisen mit Bezug auf die Forderungen des Weltagrarrats darauf hin, dass die Förderung kleinbäuerlicher Strukturen wie im Fairen Handel zwingend erforderlich ist.

Forschungsgelder für den Öko-Landbau statt für Agro-Gentechnik Gemäß den Ausführungen der Koalitionsvereinbarung soll der Öko-Landbau künftig mit höheren Forschungsmitteln ausgestattet werden. Naturland und der Weltladen-Dachverband fordern die Einhaltung dieser Ankündigung, damit die Steuergelder im Gegensatz zu dem nicht gewollten Einsatz in der Gentechnikforschung endlich dem Verbraucherwunsch entsprechen. Zugleich ist die Erhöhung der Forschungsmittel für den Öko-Landbau ein wichtiger Schritt für eine zukunftsfähige Ernährungssicherung weltweit. Fairer Handel und Öko-Landbau können einen wesentlichen Beitrag zur Ernährungssicherung beitragen. Laut der vom BMZ finanzierten aktuellen Studie mit dem Titel "Ökologischer Landbau und Fairer Handel in Entwicklungsländern" (Herausgeber: Universität Kassel zusammen mit dem Tropeninstitut - DITSL) sind Wissensvermittlung und Bewusstseinsbildung zentrale Punkte für den Erfolg des Öko-Landbaus in den Ländern des Südens. Deshalb begrüßen wir das Bestreben, die Weiterbildung zu fördern, wie Dirk Niebel in seiner Antrittsrede betonte. Die Weiterbildung im Bereich Öko-Landbau und die Förderung des Fairen Handels sind im Bezug auf nachhaltige Ressourcennutzung unter dem Aspekt des Klimaschutzes unabdingbar.

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 50.000 Bauern und über 400 Herstellern einer der größten Öko-Verbände. Als zukunftsorientierter Verband gehören für Naturland Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen. Mehr Infos unter: www.naturland.de

Der Weltladen-Dachverband wurde 1975 als Interessenvertretung der Weltläden und Aktionsgruppen gegründet. In der Konvention der Weltläden sind die Grundkriterien für den Fairen Handel der Weltläden festgeschrieben. Mehr Infos unter: www.weltladen.de