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Vom Wissen zur Tat:
Kongress für ökosoziales Wirtschaften zeigt konkrete Wege aus Klima- und Armutskrise

Bild: ©BNN/ Kräuteranbau in der Wüste
Helmy Abouleish, der Sohn des alternativen Nobelpreisträgers Ibrahim Abouleish, ist sich sicher, dass mit ökologischer Landwirtschaft die Klimakrise gelöst werden kann. Der Sekem-Vertreter zeigte, wie in der ägyptischen Wüste mit Öko-Kompost Boden fruchtbar gemacht und CO2 abgebaut wird. Vorgestellt hat er sein Projekt beim Kongress für ökosoziales Wirtschaften, den der Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel am 7. November 2009 in Berlin veranstaltete. Unter dem Motto "Verantwortung Jetzt" zeigten Macher aus Wirtschaft, Politik und Medien Lösungen auf, wie durch bewusstes Wirtschaften die drängenden Probleme der Gegenwart wie Klimawandel und Armutskrise bewältigt werden können. Ziel des Kongresses sei es, so BNN-Geschäftsführerin Elke Röder, Veränderungen konkret einzuleiten und somit vom Wissen zur Tat zu gelangen, denn am Wissen mangele es nicht.

Muhammad Yunus, Träger des Friedensnobelpreises, forderte die Einführung von Sozialunternehmen, die sich der Lösung von sozialen und Umwelt-Problemen widmen. "Wenn man die profit-maximierende Brille abnimmt und zur sozialen Brille greift, sieht man die Welt in einer anderen Perspektive", so der Wirtschaftswissenschaftler aus Bangladesh.

Ulrich Walter stellte exemplarisch vor, wie im Alltag der Ulrich Walter GmbH entlang der Wertschöpfungskette von der Kaffeeplantage bis zum Naturkostladen werteorientiert und nachhaltig gehandelt wird. In diesem Zusammenhang wies er auf den Kodex, die Selbstverpflichtung der Naturkostbranche hin, in dem erstmals die Werte und Visionen einer ganzen Branche niedergeschrieben wurden.

"Die Sonne schickt keine Rechnung!". Mit dieser einfachen Feststellung verdeutlichte Journalist und Öko-Aktivist Franz Alt, dass die Welt kein Energie-Problem hat. Solare Energiequellen seien quasi unbegrenzt, jedes Land der Erde könne in den nächsten 20 - 40 Jahren auf erneuerbare Energie umstellen, so der langjährige Moderator des Polit-Magazins "Report".

Der Vorstandssprecher der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS), Thomas Jorberg, stellte das Bankmodell des alternativen Geldinstituts und die Grundlagen für nachhaltiges Wirtschaften vor. "Verantwortung heißt auch: nicht Rendite um jeden Preis. Sich jeden Tag die Frage zu stellen: Macht das Sinn, was wir finanzieren? Sinn macht ökologische und soziale Nachhaltigkeit", beschrieb der Finanzexperte seinen Anspruch.

Die Beiträge der Referenten finden Sie demnächst auch im Internet unter: www.verantwortungjetzt.net