Hintergrundinfo

Sozial verantwortliche Geldanlage bei Oikocredit

Eine sozial verantwortliche Geldanlage ist möglich - durch Oikocredit, die ökumenische Entwicklungsgenossenschaft. Mit dem Kapital kirchlicher und sehr vieler privater AnteilseignerInnen vergibt sie faire Darlehen an ihre GeschäftspartnerInnen in den armen Regionen der Welt - in Afrika, Asien, Südamerika und Osteuropa.Dieses Geld erhalten in erster Linie landwirtschaftliche und handwerkliche Genossenschaften sowie Mikrofinanzinstitutionen, die beteiligungs- und gemeinwohlorientiert arbeiten. So werden benachteiligte Menschen begünstigt und ihrer Fähigkeit unterstützt, sich eine eigene wirtschaftliche Existenz aufzubauen.

Die Darlehen reichen von ungezählten Kleinstkrediten (vergeben durch die lokalen Mikrofinanzinstitutionen) über mittlere Beträge von 50.000 oder 100.000 Euro bis zu Millionensummen bei großen Investitionen wie Produktionsanlagen oder Weiterverarbeitungs- und Vermarktungsprojekten.

Die Kuhherde von Miriam Ng'ang'a ist von nur einem auf sieben Tiere angewachsen - und ihr Bewusstsein der eigenen Möglichkeiten wuchs mit. Das dafür benötigte Kapital bekam sie von Pamoja Women Development Program (PAWDEP), einem der zahlreichen Projektpartner von Oikocredit, da normale Geschäftsbanken ihr keinen Kredit geben wollten.
Heute vermarktet sie ihre Ware selbst und beschäftigt mehrere Personen aus ihrer Gemeinde.

"Ich bin eine eigenständige Frau", sagt Miriam. "Das bedeutet, selbständig zu denken und eigene Wege zu gehen, ohne sich auf die Ideen eines Manns zu verlassen, klug, selbstbewusst und durchsetzungsfähig zu sein und als Frau den eigenen Standpunkt zu vertreten, auch wenn er unpopulär ist." Sie bezeichnet sich heute als "empowered", zum eigenverantwortlichen Handeln befähigt.

Geld verleihen statt Geld spenden?

Diese Frage wird inzwischen nicht mehr so vehement kontrovers diskutiert. Die ehemalige Vorsitzende von Oikocredit International, die Kanadierin Jill Martin, nennt den Zugang zu Krediten ein Menschenrecht. Und der bekannteste Verfechter dieser Entwicklungsförderung und Träger des Friedensnobelpreises 2006, Muhammad Yunus, sagt: Die Armut lässt sich besiegen - mit Vertrauen und mit soliden und fairen Krediten! So wollen und können sich Menschen wirtschaftlich selbständig machen!

Über eine Mitgliedschaft in einem regionalen Oikocredit-Förderkreis können Einzelpersonen, Gruppen, Kirchengemeinde bei Oikocredit Geld ab einer Mindesteinlage von 200 € investieren. Das angelegte Geld kann bei Bedarf auch kurzfristig zurückgefordert werden. AnlegerInnen erhalten i.d.R. eine Dividende von 2% pro Jahr.

Die Geldanlagen ermöglichen es Oikocredit, Darlehen zur Armutsbekämpfung zu vergeben. Darlehen fördern sehr effektiv die wirtschaftliche Entwicklung armer Menschen. Während Spenden oft Abhängigkeiten schaffen, entsteht durch ein Darlehen eine Partnerschaft, die von gegenseitigem Respekt getragen wird. Zudem werden zurückgezahlte Darlehen von Oikocredit in neue Darlehen umgewandelt.

Aktiv in Niedersachsen und Bremen

Einzelpersonen sowie Vereine oder Kirchengemeinden in Bremen und Niedersachsen können über eine Mitgliedschaft im Förderkreis bei Oikocredit Geld anlegen. Für interessierte und engagierte Mitglieder werden auf Wunsch Tagesseminare angeboten oder regionale Stammtische organisiert. Aktiv mitmachen ist auch möglich: Infostände bei Veranstaltungen, Kontakte zu Presse oder Organisieren von Vorträgen. Und natürlich Gespräche mit KollegInnen und Bekannten, denn oft ist es das persönliche Gespräch, durch das Mitmenschen von der Oikocredit-Idee überzeugt werden können.


Für mehr Information:

Oikocredit-Förderkreis Niedersachsen-Bremen e.V.,
Franziska Dickschen, Bildungsreferentin
Goslarsche Straße 93
38118 Braunschweig

Mail: niedersachsen-bremen.fk@oikocredit.org
Web: www.oikocredit.org/sa/nb