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50 Prozent Öko-Landbau im Jahr 2020 oder Agro-Gentechnik auf dem Acker
Naturland Wahlprüfsteine zur Bundestagswahl 2009

Gräfelfing - Die Ziele und Positionen der Parteien für den Bereich Landwirtschaft, Ernährung und Verbraucherschutz weichen erheblich voneinander ab. Im TV-Duell vom Sonntag und TV-Dreikampf von Montag dieser Woche spielten Landwirtschaft und Ernährung allerdings keine Rolle. Naturland veröffentlicht daher seine Wahlprüfsteine für die Bundestagswahl am 27.09.2009, um allen Bürgerinnen und Bürgern die Wahlentscheidung zu diesen Themen zu erleichtern. "Es ist nicht egal, welcher Partei man seine Stimme anvertraut. Die Politik schafft Rahmen-bedingungen für die Zukunft der Landwirtschaft. Dies betrifft den Ökologischen Landbau, die Risikotechnologie Agro-Gentechnik und die globale Ernährungssicherung. Jeder von uns trägt Verantwortung!" betont Hans Hohenester, Naturland Bauer und Vorsitzender des Naturland Präsidiums.

In den Wahlprüfsteinen haben die Parteien (BÜNDNIS90/DIEGRÜNEN, CDU, DIE LINKE, FDP, SPD) Stellung bezogen zu den Bereichen Ökologischer Landbau, Tierschutz, der europäischen Agrarpolitik und zur globalen Ernährungssicherung. Auch die Wünsche für das Jahr 2020 und die Position zur Agro-Gentechnik wurden abgefragt.

50 Prozent Öko-Landbau
Auf dem Weg zu sein, die 50 Prozent Marke für den Ökologischen Landbau "zu knacken", das ist ein Wunschziel von BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN für das Jahr 2020. Die SPD wünscht sich 20 Prozent Öko-Landbau im Jahr 2020 als untere Grenze. DIE LINKE strebt eine Verdopplung der Öko-Flächen an, was bezogen auf den Status Quo etwa 10 Prozent Öko-Landbau bedeutet. Die CDU wünscht für 2020, dass die Öko-Betriebe in Deutschland wirtschaftlich gut dastehen und die FDP mahnt allgemein eine Verbesserung der agrarpolitischen Rahmenbedingungen für den Öko-Landbau an.

Agro-Gentechnik auf den Acker
Das bestehende Anbauverbot des GVO-Mais MON810 hält die FDP für eine Fehlentscheidung und zieht die wissenschaftliche Grundlage dieser Entscheidung in Zweifel. Für die CDU dagegen steht die konkrete Anwendung der Agro-Gentechnik unter dem Grundsatz: "Sicherheit und Unbedenklichkeit haben gegenüber wirtschaftlichen Überlegungen Vorrang", sieht aber auch große Chancen in der Technologie. Die SPD stellt fest, dass sie das Verbot von MON810 lange gefordert hatte und verweist auf neue Studien, aus denen eine deutlich weitere Verbreitung von Genmaispollen hervorgeht als bisher angenommen wurde.
DIE LINKE lehnt die Agro-Gentechnik ab. BÜNDNIS90/ DIE GRÜNEN stehen gegen die Risikotechnologie und fordern den Widerstand Deutschlands gegen die Zulassung weiterer Gentech-Maissorten.

Naturland fordert daher alle Bürgerinnen und Bürger auf, zur Wahl zu gehen. Geben Sie nachhaltigen Zukunftsmodellen wie dem Öko-Landbau Ihre Stimme!

Die ausführlichen Antworten zu den Naturland Wahlprüfsteinen sind nachzulesen unter www.naturland.de

Naturland fördert den Ökologischen Landbau weltweit und ist mit über 50.000 Bauern und über 400 Herstellern als Naturland Partner einer der größten ökologischen Anbauverbände. Für Naturland gehören Öko-Kompetenz und soziale Verantwortung zusammen.