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Wenig Resonanz für "ohne Gentechnik" -Kennzeichnung: Aigner will einheitliches Logo

Die vor einem Jahr eingeführte "ohne Gentechnik"-Kennzeichnung ist bisher nur auf wenigen Lebensmitteln zu finden. Auf einer Verbändeanhörung kündigte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) nun ein einheitliches Logo an. Die Lebensmittelwirtschaft führt die mangelnde Akzeptanz einer "Ohne Gentechnik" -Kennzeichnung dagegen auf Glaubwürdigkeitsprobleme zurück.

Seit Mai 2008 ist es möglich, Lebensmittel mit dem Hinweis "ohne Gentechnik" zu versehen. Damit sollen vor allem tierische Lebensmittel wie Milch oder Fleisch ausgezeichnet werden können, wenn bei der Fütterung der Tiere auf gentechnisch veränderte Futterpflanzen wie Mais oder Soja verzichtet wurde.

Anders als bei den übrigen Lebensmitteln ist bei diesen Produkten eine "ohne Gentechnik"-Deklaration auch dann erlaubt, wenn bei der Fütterung gentechnisch hergestellte Vitamine, Enzyme und anderen Zusätze eingesetzt wurden.

Bisher sind jedoch nur vereinzelt "ohne Gentechnik" -Lebensmittel im Sortiment zu finden. Mit Ausnahme einiger Landliebe-Milchprodukte des Molkereikonzerns Campina sind es in der Regel kleine regionale Erzeuger, die von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

Mit einem einheitlichen Logo will Landwirtschaftministerin Aigner die "ohne Gentechnik"-Kennzeichnung bekannter machen. Greenpeace begrüßte das Vorhaben und drängte auf eine rasche Umsetzung noch vor der Bundestagswahl. Erste Entwürfe für ein Logo liegen bereits vor.

Aus Sicht der Lebensmittelwirtschaft liegen die Gründe für die mangelnde Akzeptanz der "ohne Gentechnik"-Kennzeichnung eher in ihrem "Glaubwürdigkeitsdefizit". "Aufgrund des klaren und uneingeschränkten Werbehinweises "ohne Gentechnik" muss der Verbraucher annehmen, dass Gentechnik bei der Herstellung des Lebensmittels keine Rolle gespielt hat," sagte Marcus Girnau, Geschäftsführer des BLL, des Spitzenverbands der deutschen Lebensmittelwirtschaft.

Tatsächlich dürften diese Lebensmittel "mit ein bisschen Gentechnik" hergestellt werden. Das ziehe zwangsläufig eine Irreführung der Verbraucher nach sich, die die Glaubwürdigkeit der mit diesem Hinweis werbenden Unternehmen erheblich beschädigen könne.