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Bioland: Förderpolitik der Länder bremste Entwicklung des Biolandbau

Mainz, 02. Juli 2009. Trotz positiver Entwicklung am Biomarkt zeigen die Wachstumszahlen zum Biolandbau in Deutschland für das Jahr 2008 wieder eine ernüchternde Bilanz.

Mit nur 5 Prozent Zuwachs der ökologisch bewirtschafteten Fläche um 42.500 auf 907.786 Hektar konnte das Vorjahresergebnis (4,8 Prozent) nur wenig gesteigert werden. Die Zahl der Bio-Erzeuger stieg um 1.110 auf 19.813 was einem Zuwachs von 6,1 Prozent entsprach (2007: 6,5 Prozent).

Bioland konnte mit einem Flächenzuwachs von 22.214 Hektar seine Stellung als größter Bioanbauverband ausbauen und über 50 Prozent der gesamten Flächenzuwächse für sich verbuchen.

Die seit sechs Jahren aufgehende Schere zwischen gutem Biomarktwachstum und geringem Flächenwachstum in Deutschland konnte auch 2008 nicht geschlossen werden. Das Marktwachstum für Biolebensmittel lag 2007 bei 15 und 2008 bei 10 Prozent. Der Zuwachs von 42.500 Hektar ökologisch bewirtschafteter Fläche konzentrierte sich 2008 auf wenige Bundesländer.

Bayern nahm dabei mit 16.508 Hektar vor Baden-Württemberg mit 10.508 Hektar und Hessen mit 8.670 Hektar die Spitzenposition ein. In den neuen Ländern - außer Thüringen - aber auch in Niedersachsen und Schleswig Holstein stagnierten die Wachstumszahlen bzw. es gab sogar Rückgänge.

"Wir sehen hier einen direkten Zusammenhang zwischen der Umstellungsbereitschaft der Landwirte und der Honorierung von Umweltleistungen über Ökoprämien in den Bundesländern", interpretierte Thomas Dosch, Präsident von Bioland, die Zahlen. "Die Agrarpolitiker in den Bundesländern müssen ihre Mitverantwortung für diese schleppende Entwicklung des Biolandbaus in Deutschland erkennen und gegensteuern".

Dazu gehöre insbesondere die leistungsgerechte Honorierung von Klima- und Wasserschutz sowie der Erhalt der Biodiversität. Der Biomarkt entwickelt sich bislang trotz Finanz- und Wirtschaftskrise weiter positiv.