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Internationale Agentur für Erneuerbare Energien in Bonn gegründet

75 Staaten haben am Montag in Bonn die International Renewable Energy Agency (IRENA) gegründet. Seit 1990 war dieses Projekt von EUROSOLAR immer wieder angestoßen und schließlich von der Bundesregierung auf den Weg gebracht worden. An der Gründungskonferenz nahmen fast 400 Repräsentanten aus 120 Staaten teil, darunter 43 Minister.

IRENA-Initiator Hermann Scheer, Präsident der Europäischen Vereinigung für Erneuerbare Energien (EUROSOLAR), der während der Gründungskonferenz eine Rede hielt, sagte: "IRENA wird dem weltweiten Einsatz Erneuerbarer Energien einen Schub geben und ihren Ausbau beschleunigen. Nun kann IRENA unverzüglich mit der Arbeit beginnen und erste Strukturen aufbauen. Nach 19 Jahren Vorbereitungszeit darf jetzt keine Zeit mehr verloren gehen."

Die neue weltweite Organisation geht auf eine Idee von Hermann Scheer zurück. Der EUROSOLAR-Präsident und Vorsitzende des Weltrates für Erneuerbare Energien hat sich seit Beginn der 90er Jahre für die Schaffung einer politischen Institution in Form einer internationalen Regierungsorganisation für Erneuerbare Energien eingesetzt: "Der lange Weg von der Initiative bis zur Gründung von IRENA zeigt, dass oft nicht nur weiterführende Ideen nötig sind, sondern auch Ausdauer und langer Atem, um sie zu verwirklichen.", sagte Hermann Scheer rückblickend.

Vorausschauend sagte er weiter: "IRENA wird Industrie- und Entwicklungsländer bei der breiten und raschen Einführung von Erneuerbaren Energien beraten und unterstützen. IRENA wird praxisnahe und konkrete Politikberatung anbieten, den Technologietransfer erleichtern und bei der Suche nach Finanzierung für Erneuerbare Energien Projekte Unterstützung leisten. Die Agentur wird den Austausch von Know-how fördern sowie die Ausbildung von Fachkräften vorantreiben.", sagte Scheer. "IRENA bildet ein institutionelles Gegengewicht zur Internationalen Atomenergieagentur und der Internationalen Energieagentur."

Die Bundesregierung hatte alle Mitgliedstaaten der UN zur Gründungskonferenz der IRENA nach Bonn eingeladen. Unter den 75 Gründungsstaaten von IRENA sind Spanien, Frankreich, die skandinavischen Länder, die Türkei, die Vereinigten Arabischen Emirate, Ägypten, Indien, Chile, Kolumbien, Nigeria und Kenia.

Am Tag nach der Gründungskonferenz beraten die Zeichnerstaaten über die nächsten Schritte und die ersten Aufgaben von IRENA. Dabei werden die Auswahlverfahren für den Sitz der Organisation und für den Generaldirektor
festgelegt.