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Neues Gentechnikgesetz nützt Gentechnikkonzernen.
BUND begrüßt Label "Ohne Gentechnik"

Berlin: Anlässlich der Verabschiedung des neuen Gentechnikgesetzes durch den Deutschen Bundestag erneuerte der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) seinen Vorwurf, Bundesregierung und Parlament hätten sich auf die Seite der Gentechnik-Industrie geschlagen. Landwirte, die weiterhin gentechnikfrei wirtschaften wollten, würden es nun schwerer haben.

Zugleich begrüßte der Umweltverband die künftig mögliche Kennzeichnung tierischer Produkte mit dem Label "Ohne Gentechnik", die SPD und Bundesagrarminister Horst Seehofer gegen den Widerstand großer Teile von CDU/CSU durchsetzen konnten. Diese Kennzeichnung werde aller Voraussicht nach dazu führen, dass für Verbraucher auch bei konventionell erzeugten Milch- und Fleischprodukten und bei Eiern klar erkennbar werde, dass sie von Tieren stammten, die mit gentechnikfreien Futterpflanzen gefüttert wurden.

Hubert Weiger, BUND-Vorsitzender: "Die große Koalition hat leider die Chance vertan, die gentechnikfreie Landwirtschaft dauerhaft zu sichern. Damit hat sie sich gegen die Mehrheit der Menschen in Deutschland gestellt. Zur Resignation besteht jedoch kein Grund. Im Gegenteil, jetzt sind die Landwirte und Verbraucher am Zuge. Sie können den Gentechnik-Konzernen die Rote Karte zeigen, indem Landwirte gentechnikfreie Regionen gründen und die Konsumenten nach Produkten mit der Kennzeichnung `Ohne Gentechnik` fragen."

Das Label "Ohne Gentechnik" sei ein großer Fortschritt. Während die Verbraucher bei tierischen Produkten wie Milch, Fleisch und Eiern bisher vollkommen im Dunkeln tappten, ob die Tiere gentechnisch verändertes Futter bekommen hatten oder nicht, werde die neue Kennzeichnung hier endlich für Klarheit sorgen.

BUND-Gentechnikexpertin Heike Moldenhauer: "Mit ihrer Kaufentscheidung können Verbraucher ab sofort aktiv beeinflussen, ob gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden oder nicht. Mit jedem gekauften Produkt, das die "Ohne Gentechnik"-Kennzeichnung trägt, drängen sie den Anbau ein wenig zurück. Noch verhalten sich Molkereien, Eierproduzenten und Fleischerzeuger abwartend. Da sie aber wissen, dass die Mehrheit der Menschen keine Gentechnik im Essen will, werden sie am Ende diese Nachfrage ihrer Kunden auch bedienen."