Hintergrundinfo

Bäcker nutzt Wärme doppelt
Qualifiziert informiert und beraten durch das Projekt e.coBizz

Gesunde Ernährung und eine umweltverträgliche Lebensweise sind für Demeter-Bäckermeister Frank Hildebrandt aus Uetze-Eltze in der Region Hannover Selbstverständlichkeiten. Logisch, dass auch das 200 Jahre alte Fachwerkhaus, in dem er wohnt und in einem Anbau auch seine Backstube hat, unter ökologischen Gesichtspunkten saniert und ausgebaut worden ist. Er und seine vierköpfige Familie wollen biologisch-dynamisch leben und arbeiten. "Jetzt fehlt nur noch die umweltverträgliche Energienutzung! Ich ärgere mich schon die ganze Zeit, dass die viele Wärme aus unserem Backofen durch den Schornstein verpufft! Die könnten wir doch gut fürs Heizen unseres Hauses nutzen. Und seit einiger Zeit wachsen uns die Energiekosten sowieso über den Kopf!"

In einer Bäckerzeitung hatte er über die Möglichkeit gelesen, per Wärmetauscher die Abwärme des Bäckerofens zu nutzen, und er war sofort fasziniert davon. Von der im Bericht genannten Firma erhielt Hildebrandt eine Energieberechnung, die so traumhaft gut war, dass er skeptisch wurde. "Da merkte ich, dass es nicht leicht ist, eine qualifizierte Beratung zu bekommen", berichtet der Bäckermeister.

Zum Glück wurde er auf das Projekt e.coBizz"e.coBizz - Energieeffizienz für Unternehmen" der Klimaschutzagentur Region Hannover aufmerksam. Energieberater Heino Thomsen (Ingenieurbüro Thomsen), einer der Beratungsexperten in dem Projekt, guckte sich Bäckerofen, Backstube und das Fachwerkwohnhaus an, zog seinen Kollegen Frank Polzin (Energie Ingenieure GbR) hinzu und gemeinsam stellten die beiden nicht nur ein Energiespar- sondern auch ein Kosten- und Finanzierungskonzept auf, das den Bäckermeister überzeugte: 170 m² Wohnfläche und das Warmwasser sollen überwiegend durch die Backofenabwärme geheizt werden, nur bei Bedarf springt der vorhandene Gas-Brennwertkessel mit ein. "Im Sommer soll", so Hildebrandt, "mit der überschüssigen Wärme ein kleines Gewächshaus beheizt werden." Zwei Wärmetauscher und ein rund 1.000 Liter fassender Warmwasserspeicher machen's möglich. Kosten samt Steuerung und Montage: rund 11.000 Euro. Dass die Beratung im Rahmen von "e.coBizz" kostenlos erfolgte, freut den Bäckermeister natürlich besonders.

Im Zuge der Wärmerückgewinnungsmaßnahmen ist eine gute Wärmedämmung des Hauses unerlässlich. Damit hat Familie Hildebrandt bereits begonnen. Die einzelnen Schritte sind ebenfalls von den Energieberatern empfohlen und berechnet worden. "Bisher stimmen die Berechnungen perfekt: Dach abdecken, neu decken und dämmen... Insgesamt sind es noch einmal rund 30.000 Euro für die Wärmeoptimierung unseres Wohnhauses", sagt Hildebrandt.