Hintergrundinfo

Wildnis in der Stadt
Das NABU-Naturfoto des Monats Februar

In Parks und in den Gärten, auf dem Land und in der Stadt, im Sommer und im Winter - überall können wir Ringeltauben beobachten. Vor einigen Jahrzehnten haben die eleganten Wildtauben den Siedlungsraum für sich entdeckt und dort ihre Scheu vor dem Menschen weitgehend verloren. Denn wo er ist, gibt es keine Nahrungsengpässe. Auch im Winter nicht.

Ringeltauben sind Teilzieher. Während Teile der Population als Standvögel in der Heimat bleiben, ziehen die anderen in den warmen Süden. Ob eine Taube fliegt oder bleibt, hängt unter anderem vom gewählten Lebensraum ab. Wer seinem ursprünglichen Lebensraum treu geblieben ist, der offenen Landschaft und den Wäldern, den zieht es eher in wärmere Gefilde. Denn in der offenen Landschaft ist das Klima im Winter härter, und Nahrung nur schwer zu finden. In den letzten Jahrzehnten haben Ringeltauben mehr und mehr den Siedlungsraum für sich entdeckt. Die hier herrschen Bedingungen machen die weite Reise in den Süden nahezu überflüssig.

In den Siedlungsgebieten wählen Ringeltauben gerne ruhige Gegenden als Lebensraum. Anders als Stadttauben, die sich furchtlos sogar auf Gehwegen unter die Menschen mischen, sind sie vorsichtiger und leben in Grünanlagen und Parks, auf Friedhöfen und in Alleen. Dort nisten sie vorrangig in Bäumen und Sträuchern, bauen sich aus wenigen Zweigen ein passendes Heim. Der Siedlungsraum bietet Vorteile: Ein milderes Klima als in der offenen Landschaft und kaum Mangel an Nahrung. Selbst im Winter nicht. Die prall gefüllten Futterhäuschen, die die Menschen für die Wintervögel bereitstellen, sind auch für Ringeltauben eine beliebte Anlaufstelle. Gerne picken sie auf, was auf den Boden gefallen ist. Auch bei der diesjährigen Stunde der Wintervögel waren Ringeltauben stark vertreten - in fast jedem vierten Garten konnten die Teilnehmer der Zählaktion die Wildtauben beobachten.

Stand: 15.02.2016