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Moore sind unerlässlich als CO2-Speicher in Niedersachsen
Deutschland braucht mehr gesunde Moore

Anlässlich des Welttags der Feuchtgebiete kritisiert der NABU, dass Moore als lebenswichtige CO2- und Wasserspeicher in Deutschland und Europa immer noch nicht ausreichend geschützt werden.

"Gesunde Moore speichern weltweit doppelt so viel Kohlenstoff wie alle Wälder der Erde zusammen. Doch nur noch fünf Prozent unserer deutschen Moore sind heute überhaupt noch in einem naturnahen Zustand", so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Die vom Land Niedersachsen vorgelegte Planung zum Schutz von Torf- und Moorbereichen wird vom NABU Niedersachsen zwar unterstützt, geht aber nicht weit genug. Insbesondere die Festlegung von CO2-Senken sehen wir als elementaren Schritt in die richtige Richtung. Der NABU Niedersachsen begrüßt, dass das gemeinsame Positionspapier des NABU Niedersachsen und des Industrieverband Garten (IVG) "Entwicklungskonzepte für Hochmoorgebiete unter den Aspekten des Moor- und Klimaschutzes sowie der Rohstoffnutzung" von der niedersächsischen Landesregierung in das Landesraumordnungsprogramm Niedersachsen weitgehend übernommen wird.

Dr. Holger Buschmann, NABU-Landesvorsitzender Niedersachsen, erklärt: "Wir sind froh, dass unser gemeinsames Konzept Eingang in das Landesraumordnungsprogramm gefunden hat. Es ist zu beachten, dass eine Kompensation nicht nur naturschutzfachlich, sondern auch unter Berücksichtigung klimaverträglicher Aspekte vorgenommen werden muss." Entgegen der bisherigen Genehmigungspraxis betrachtet das vorliegende Konzept nicht nur die direkt von der Rohstoffnutzung beanspruchten Flächen. Grundlegend für eine nachhaltige Entwicklung der Hochmoorgebiete ist eine umfassende naturschutzfachliche Planung für den gesamten Moorkomplex. Die torfabbauende Industrie wird verpflichtet auch von der Rohstoffnutzung nicht beanspruchte Moorflächen in der Renaturierungsplanung zu berücksichtigen und Maßnahmen umzusetzen.

Allerdings zersetzt sich der entnommene Torf zu CO2 und schadet so dem Klima. Deswegen beinhaltet das neue Konzept, dass der Torf, der abgebaut wird, an anderer Stelle durch Torferhaltungsmaßnahmen und Moorentwicklung kompensiert wird. Dennoch reicht dieses Konzept nicht, um den Großteil der niedersächsischen Moorböden vor der Zersetzung zu schützen. Dringend muss eine ackerbauliche Nutzung auf diesen Flächen verboten werden und ein Anreiz für die Landwirtschaft geschaffen werden, um eine extensive Grünlandnutzung zu fördern.

Die Bundesregierung hatte in ihrer 2007 verabschiedeten Nationalen Strategie zur Biologischen Vielfalt dem Schutz der Moore höchste Priorität eingeräumt. "Bis heute bleibt es in vielen Punkten aber leider bei einer reinen Ankündigungspolitik", bemängelte der NABU-Bundesgeschäftsführer. Mit Blick auf den Klimawandel und immer dramatischere Hochwasserlagen sei es dringend notwendig, Moore endlich effektiver schützen. Das gelte für die Bundesregierung, aber auch für jeden Garten- und Balkonbesitzer - denn fast jeder könne zum Schutz der Moore beitragen, so NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Ein Teil der Moore landet Jahr für Jahr in Europas Gärten. Denn die Mehrheit aller verkauften Substrate basiert auf Torf, einem Abbauprodukt aus Mooren. Um Moore effektiver zu schützen, muss der Torfanteil in Blumenerden und im Gartenbau daher reduziert werden. Das hat auch die Bundesregierung als eines der wichtigsten Ziele definiert. Doch wie eine Kleine Anfrage der Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen kürzlich zeigte, plant die Bundesregierung in diesem entscheidenden Bereich zu wenig. Zwar wird künftig weniger Torf in Deutschland abgebaut werden, doch die in Deutschland eingesparten Mengen werden eins zu eins durch Importe, beispielsweise aus dem Baltikum, ersetzt. "Deutschland exportiert seinen ökologischen Fußabdruck damit in andere europäische Länder", kritisierte der NABU-Bundesgeschäftsführer. Die aus dem Torfabbau resultierenden dramatischen Folgen für Klima und Natur blieben weiter bestehen.

Der NABU fordert daher die Bundesregierung auf, sich endlich stärker und effektiver für den Schutz der Moore einzusetzen. "Wir brauchen eine ganzheitliche Strategie, die auch die Förderung von Ersatzstoffen für Torf berücksichtigt und diese nicht für andere Zwecke vergeudet. Sonst werden wir in zehn Jahren immer noch keinen Schritt weiter sein", so NABU-Moorschutzexperte Felix Grützmacher. Dazu sei es notwendig, mit allen Beteiligten zusammenzuarbeiten, um das Ende der Abhängigkeit von diesem fossilen und damit endlichen Rohstoff einzuläuten.

Hintergrund Moore: Moore sind bedeutende Lebensräume. Sie beherbergen eine einzigartige Artenvielfalt. Sie filtern das Grundwasser und dienen mit ihrer enormen Wasserspeicherkapazität dem natürlichen Hochwasserschutz. In natürlichem Zustand sind sie CO2-Senken und tragen damit aktiv zum Klimaschutz bei.

Stand 08.02.2016