Hintergrundinfo

Biokartoffeln - vielfältig und lecker

Butter und Salz oder Kräuterquark: Mehr brauchen frische Pellkartoffeln nicht, um zum Geschmackserlebnis zu werden. Die Kartoffelernte ist gut gestartet und liefert prima Ergebnisse in Geschmack und Qualität. Späte Sorten können teilweise noch bis in den November hinein geerntet werden. Die Knollen gehören bei uns zu den häufig gekauften Lebensmitteln in Bioqualität. Sie machen etwa fünf Prozent vom Gesamtumsatz auf dem Kartoffelmarkt aus. Der ökologische Landbau fördert die Vielfalt. Mittlerweile gibt es 170 verschiedene Biokartoffelsorten auf dem deutschen Markt. Darunter auch sehr seltene und alte Sorten, die es oft nur direkt im Hofladen oder auf dem heimischen Wochenmarkt zu kaufen gibt.

Kartoffel des Jahres
Dazu gehört die "Heideniere", die 2015 zur "Kartoffel des Jahres" gekürt wurde. Sie ist tief gelb und festkochend. Ihren Namen hat sie aufgrund ihrer auffälligen Form bekommen. Nierenförmige Kartoffeln sind sehr selten. In dem Zulassungsantrag, der 1953 nach 14 Jahren Zuchtarbeit gestellt wurde, lobten die niedersächsischen Züchterinnen und Züchter ihre Kartoffel in den höchsten Tönen: Sie sei eine hervorragende Salatkartoffel und eine Delikatesskartoffel für Hotelbetriebe. Trotz der guten Eigenschaften war die Vermarktung für die Heideniere schwierig. Spezialsorten konnten sich nach dem Krieg nicht mehr durchsetzen. In dieser Zeit verlangte der Markt "Sättigungsbeilagen": Kartoffeln, die Massenertrag versprachen.

Die "Heideniere" geriet in Vergessenheit, hatte aber dennoch Glück, weil sie in ostdeutschen Genbanken erhalten blieb. Wieder belebt hat sie der Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt (VEN). Im Anbau fiel dem Verein auf, dass die Heideniere sehr robust gegenüber Knollenfäule ist und einen herausragenden Geschmack hat. Das macht sie für den ökologischen Landbau interessant.

Sortenvielfalt
Die Heideniere ist eine mittelfrühe Sorte und als Pell- sowie als Salatkartoffel geeignet. Sie unterscheidet sich in Aussehen, Geschmack, Reifezeit und in ihren Kocheigenschaften von den vielen anderen Sorten. Es gibt mehlig-, vorwiegend fest- und festkochende Biokartoffeln, wobei diese früh-, mittelfrüh- oder auch spätreifend sind. Ihre Farben gehen von gelb über rosa und lila bis ins blau-schwarze, wobei sie rund, oval oder länglich sein können.

Tipps für die Zubereitung
Die Liste an Biokartoffelrezepten ist lang und reicht von Salzkartoffeln über Püree und Knödel bis hin zu Aufläufen und Suppen. Aus der deutschen Küche sind sie nicht wegzudenken. Denn Biokartoffeln lassen sich dämpfen, dünsten, kochen, backen und frittieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Für Pellkartoffeln verwendet man am besten eine vorwiegend festkochende Sorte, da ihre Schale beim Kochen nicht so schnell aufplatzt. Das beste Kartoffelpüree wird aus mehlig kochenden Kartoffeln zubereitet. Ebenso Klöße oder Suppen. Der beliebte Kartoffelsalat sollte dagegen aus festkochenden Kartoffeln gemacht werden, da diese nach dem Schneiden nicht zerfallen.

Stand 31.08.2015