Hintergrundinfo

Bio im Tiefkühlregal

Mit Tiefkühlkost kann man sich auch im Winter oder im Frühjahr zumindest ab und zu ein bisschen Sommer in die Küche holen. Doch wie sind tiefgekühlte Bohnen, Erdbeeren und Co. zu bewerten? Und passen sie zu Bioware? Wir schauen, wie es um den Vitamingehalt und die Nachhaltigkeit steht und worauf bei Tiefkühlprodukten zu achten ist.

Vitamine und Mineralien

Reifes, frisch geerntetes Obst und Gemüse steckt voller Vitamine. Ob Bio oder nicht: Mit der Lagerung gehen diese meist rasant verloren. Der Vitamin C-Gehalt von Bohnen sinkt zum Beispiel auf 60 Prozent, wenn sie einige Tage im Kühlschrank liegen.

Schon vor 85 Jahren wurden die ersten Lebensmittel in den USA tiefgefroren verkauft. In Deutschland konnte sich die revolutionäre Technik erst rund 25 Jahre später durchsetzen. Beim heute üblichen Schockfrosten werden die Lebensmittel rasch nach der Ernte bei Temperaturen von unter minus 30 Grad Celsius eingefroren. Dadurch bilden sich in den Produkten nur sehr kleine Eiskristalle, die die Zellstrukturen nicht beschädigen. Deshalb bleiben Vitamine, Mineralien, Geschmack und Saftigkeit größtenteils erhalten. Tiefgekühlte Bohnen enthalten beispielsweise nach einem Jahr noch 80 Prozent ihres ursprünglichen Vitamin-C-Gehaltes.

Nachhaltigkeit

Betrachten wir die Nachhaltigkeit, sind frische Produkte klar im Vorteil: besonders dann, wenn sie auch noch saisonal, ökologisch und regional erzeugt sind. Denn der Gefriervorgang und die Lagerung bei eisigen Temperaturen verbrauchen Energie und erhöhen die Kohlendioxid-Bilanz der Tiefkühlkost. Letztendlich ausschlaggebend für die Bilanz eines Produktes sind jedoch das Verbraucherverhalten und die Herkunft. Hier punktet Bio: Bei der ökologischen Erzeugung von Lebensmitteln werden im Durchschnitt weniger Treibhausgase, darunter auch Kohlendioxid, freigesetzt als in der konventionellen Landwirtschaft.

Wenn Tiefkühlkost gelegentlich auf den Teller kommt, ist dagegen nichts einzuwenden. Dasselbe gilt auch für Tiefkühlfertigemüse, wenn es mal schnellgehen soll. Bioprodukte sind auch dann eine gute Wahl. Die Anbieter von Biotiefkühlprodukten verwenden in der Herstellung beispielsweise weniger oder gar keine Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker.

Stand 13.04.2015