Hintergrundinfo

Agrarminister Meyer: An 628 Schulen in Niedersachsen kann es nach den Sommerferien kostenloses Obst- und Gemüse geben
EU-Schulobst- und -gemüseprogramm auf Erfolgskurs - Land veröffentlich teilnehmende Schulen

HANNOVER. Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer zeigte sich begeistert vom großen Interesse für die Teilnahme am EU-Schulobst- und -gemüseprogramm im Schuljahr 2014/2015. "Das zeigt, dass alle Unkenrufe über zu viel Bürokratie, mangelndes Interesse und die Ablehnung von CDU und FDP im Landtag falsch waren. Die Nachfrage und Bereitschaft der Schulen zur freiwilligen Teilnahme ist riesig. Das EU-Schulobst- und Gemüseprogramm ist in Niedersachsen auf Erfolgskurs." Bis zum Bewerbungsschluss am 25.Juli 2014 haben sich insgesamt 628 Schulen aus allen Regionen fristgemäß mit vollständigen Unterlagen um die Teilnahme beworben. Zu den Unterlagen gehörten auch pädagogische Konzepte wie Hofbesuche oder Projekte zur gesunden und nachhaltigen Ernährung.

Die gute Nachricht des Agrarministeriums: Alle konnten für das Programm berücksichtigt werden. Am Bewerbungsverfahren haben sich schulische Einrichtungen aus allen Regionen Niedersachsens beteiligt. Insgesamt können ab Mitte September mehr als 100.000 Schülerinnen und Schüler dreimal pro Woche eine kostenlose Portion (100 g) Obst und/oder Gemüse erhalten.
Ziel des EU-Ernährungsprogramms ist die kostenlose Versorgung gerade junger Schülerinnen und Schüler mit vielfältigem und gesundem Obst und Gemüse. So soll ein Beitrag zur nachhaltigen Ernährung und Bildung geleistet werden. Niedersachsen und Bremen sind das 8. und 9. Bundesland in Deutschland, welches am Schulobstprogramm teilnimmt.

Alle niedersächsischen Schulen, die am EU-Schulobst- und -Gemüseprogramm teilnehmen, werden im Laufe des Tages auf der Internetseite www.schulobst.niedersachsen.de veröffentlicht. Die offizielle Internetseite bietet alle Informationen rund um das Programm und wird kontinuierlich ausgebaut.

Auch für die Obstbauern in Niedersachsen könnte das Programm positive Effekte haben. Parallel zum Bewerbungsverfahren der schulischen Einrichtungen haben bisher mehr als 70 Lieferanten ihre Zertifizierung bei der Landwirtschaftskammer Hannover beantragt und werden in den kommenden Tagen ihren Zulassungsbescheid für das Schulobst- und -gemüseprogramm in Niedersachsen und Bremen erhalten. In Niedersachsen ist es auch möglich, Obst- und Gemüse von einem zertifizierten Biohändler zu erhalten. Minister Meyer:"Niedersachsen ist sowohl im konventionellen wie im ökologischen Bereich Obstland Nr. 1. Auch deshalb war eine Teilnahme am EU-Schulobstprogramm überfällig!" Die zugelassenen Lieferanten werden ebenfalls auf der Internetseite www.schulobst.niedersachsen.de veröffentlicht.

Als nächstes sind die anerkannten schulischen Einrichtungen und die zugelassenen Lieferanten gefordert, eine entsprechende Liefervereinbarung zu schließen, so dass anschließend die Antragstellung durch den Lieferanten bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover erfolgen kann. Die Vordrucke werden auf der Internetseite www.lwk-niedersachsen.de bereitgestellt. Im Rahmen der Liefervereinbarungen können die schulischen Einrichtungen mit einem zugelassenen Lieferanten zwischen der Belieferung mit Obst und/oder Gemüse aus konventionellem oder biologischem Anbauverfahren auswählen und auch den Start nach Schuljahresbeginn abstimmen.

Minister Meyer betonte, dass auch für weitere Grundschulen die Tür zur Beteiligung am kostenlosen Schulobst- und Gemüseprogramm offen bleibt. Sofern im Verlaufe des Schuljahres weitere EU-Mittel zugewiesen werden sollten (z.B. nicht benötigte Mittel anderer Bundesländer) oder aufgrund der geschlossenen Liefervereinbarungen nicht das gesamte Budget gebunden werden kann, können voraussichtlich weitere Schulen nachrücken, deren Bewerbung nach Ablauf der Frist eingegangenen war. Angestrebt wird, möglichst viele interessierte schulische Einrichtungen an dem EU-Schulobstprogramm teilhaben zu lassen, um die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel bestmöglich einzusetzen.

Hintergrund:
Die Abgabe von Obst und Gemüse wird zu 75 Prozent aus EU-Mitteln und zu 25 Prozent aus Landesmitteln finanziert. Insgesamt kann im Durchführungszeitraum vom 15. September 2014 bis 23. Juli 2015 nach vorläufigem Stand die Abgabe von Obst und Gemüse an Kinder im Grundschulalter in Höhe von 3.670.777 Euro abgerechnet werden.

Zielgruppe des Schulobst- und -gemüseprogramms in Niedersachsen sind Kinder in Grundschulen mit den Klassen 1 bis 4 und Förderschulen mit den Klassen 1 bis 6. Dazu kommen noch die Landesbildungszentren mit den Klassen 1 bis 6 und die Schulkindergärten (Gesamtzahl der in Niedersachsen potentiell berechtigten Zielgruppe: rund 313.000 Schülerinnen und Schüler an insgesamt 1.781 Grund- und 289 Förderschulen).

Stand: 26.08.2014