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Greenpeace-Aktivisten kennzeichnen in Lidl-Filialen Geflügel-Fleisch
Billigfleisch bald mit genmanipuliertem Tierfutter

Hannover, 29.03.2014 -Greenpeace-Aktivisten kennzeichneten heute mittag in der hannoverschen Lidl-Filiale in Linden-Mitte (Bardowicker Straße 12) und Vahrenwald (Dragonerstr. 39) Geflügel-Produkte und Eier mit dem Aufkleber: "Achtung! Bald mit Gen-Futter?". Mit dieser Aktion machen die Aktivisten darauf aufmerksam, dass Geflügel ab sofort wieder mit Gentechnik-Soja gefüttert wird.

"Lidl kritisiert die Billigfleischpolitik seines Konkurrenten Aldi, stellt sich dann aber nicht der Verantwortung. Lidl muss jetzt klarstellen, dass der Discounter auch zukünftig nur Geflügel und Eier ohne Gentechnik im Tierfutter verkaufen wird", sagt David Petersen von Greenpeace Hannover.

Vor dem Supermarkt haben die Aktivisten ein 2 x 1,20 Meter großes Plakat in Form eines Lidl-Werbeflyers aufgestellt, um Verbraucher und Verbraucherinnen zu informieren. Greenpeace fordert von Lidl, auf Gentechnik-Futter bei den Eigenmarken zu verzichten und diese Produkte mit dem Siegel "Ohne Gentechnik" zu bewerben, um so den Anbau von riskanter Gentechnik-Soja nicht zu fördern. In 35 Städten, unter anderem in Bremen, Leipzig und Tübingen, protestierten Greenpeace-Aktivisten gegen Gentechnik in Lebensmitteln.

Industrielle Landwirtschaft belastet Umwelt und Natur
Im Vergleich zur Vorsaison gibt es nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreier Soja (Abrange) zehn Prozent mehr gentechnikfreie Soja. Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) hingegen behauptet, dass gentechnikfreie Futtermittel nicht ausreichend verfügbar seien. Aus diesem Grund kündigten die Geflügelproduzenten Mitte Februar an, nach 14 Jahren wieder Gentechnik-Soja verfüttern zu wollen.
"Ein gentechnikfrei gefüttertes Huhn kostet nur drei bis acht Cent mehr. Statt etwas für Umwelt, Tier und Mensch zu tun, setzen die Discounter auf unverantwortliche Billigproduktion", sagt David Petersen. "Dem Verbraucher wird so Gentechnik untergejubelt, obwohl eine deutliche Mehrheit Gentechnik im Essen ablehnt." Tierische Produkte, die mit Gentechnik-Futter erzeugt wurden, müssen nämlich nicht gekennzeichnet werden.

Greenpeace hat am Donnerstag veröffentlicht (gpurl.de/gensoja), wie sich der deutsche Einzelhandel zum Einsatz von Gentechnik-Futter positioniert. Das Ergebnis: Ein Großteil des Handels will die Mehrkosten für bessere produziertes Geflügelfleisch und Eier nicht bezahlen. Aldi und Lidl führen dabei den Preiskrieg um das Billighuhn an. Allein Rewe und tegut garantieren, auch weiterhin auf die riskante Gentechnik zu verzichten. Greenpeace steht für eine ökologische und nachhaltige Landwirtschaft. Gentechnik auf dem Acker führt zu mehr Gifteinsatz und bedroht die Artenvielfalt.