Hintergrundinfo

Essen mit Klimaschutz

Immer mehr Menschen möchten sich in ihrem täglichen Handeln für die Umwelt und das Klima engagieren. Eine Klimaschutzmaßnahme, bei der jeder sofort anfangen kann, ist unser tägliches Essen. Wir stellen Ihnen kleine Schritte vor, mit denen Sie auf Dauer Großes bewegen können.

Seit Jahren schlagen Klimaforscher Alarm und appellieren an das Umweltbewusstsein der Bevölkerung. Es werden zu viele Treibhausgase ausgestoßen, die den Klimawandel verursachen. Folgen der Klimaerwärmung, wie Überschwemmungen und Wetterextreme, sind heute schon zu spüren. Sie können nur durch ein Umdenken verhindert bzw. zumindest gelindert werden.

Einen Beitrag zum Klimaschutz kann jeder leisten

Die Ernährung trägt - nach Berechnungen des bayerischen Staatsministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten - in Deutschland zu 20 Prozent zum Ausstoß von Treibhausgasen bei. Dabei ist vielen Verbraucherinnen und Verbrauchern gar nicht bewusst, dass gerade sie beim Einkaufen das Klima schützen können. Los geht es bereits beim Weg zum Supermarkt. Wer das Fahrrad nimmt, kann über 200 Gramm Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer sparen, die ein Auto laut einer Studie des Öko-Instituts Freiburg ausstößt. Der Weg zum Einkaufen spielt also für die Klimabilanz eine entscheidende Rolle und nicht nur das Produkt selbst. Eine sorgfältige Planung vor dem Einkauf hilft, Vielfahrten zu vermeiden. Auch sollte nur so viel gekauft werden, wie verwertet werden kann, denn Lebensmittelverschwendung trägt ebenfalls zum Klimawandel bei.

Fleischkonsum reduzieren

Wir Deutschen essen durchschnittlich 60 Kilogramm Fleisch im Jahr. Beliebt sind Rind- und Schweinefleisch, deren Produktion viel CO2 freisetzt. Wer seinen Fleischkonsum auf die Hälfte reduziert, spart knapp 300 Kilogramm CO2 pro Jahr ein und tut gleichzeitig etwas Gutes für seine Gesundheit. Gerade konventionell erzeugtes Fleisch hat eine schlechte Klimabilanz, weil die Tiere mit Kraftfutter aus Übersee gefüttert werden und der Anbau und der Transport Emissionen verursachen. Zurück zum Sonntagsbraten wäre eine gute Devise und in der Woche öfter mal vegetarisch essen.

Heimischen Anbau bevorzugen und nach der Saison einkaufen

Lebensmittel, die mit dem Flugzeug zu uns kommen, wie beispielsweise Erdbeeren im Winter, belasten die Umwelt ganz enorm. Wer auf regionale Ware zurückgreift und darauf achtet, welche Lebensmittel zurzeit Saison haben, schützt die Umwelt. Deutscher Kopfsalat kommt im Winter aus einem beheizten Gewächshaus, dessen Klimabilanz ebenfalls kritisch zu bewerten ist. Eine Kombination aus regionalen und saisonalen Lebensmitteln macht's also.

Lebensmittel vom Wochenmarkt und aus ökologischem Anbau

Entsprechende Produkte gibt es zum Beispiel auf Wochenmärkten, wo regionale Landwirtinnen und Landwirte ihre Waren anbieten. Dort haben die Kundinnen und Kunden die Möglichkeit, direkt mit den Erzeugern über die Herkunft der angebotenen Lebensmittel und deren Anbauweise zu sprechen. Sie können probieren und nur so viel einkaufen, wie sie wirklich brauchen.

© Bernd Kasper / www.pixelio.de


Auch Bioprodukte sind klimafreundlich. Im Gegensatz zur konventionellen Landwirtschaft verursacht der Ökolandbau weniger Treibhausgase. Dies liegt vor allem daran, dass der Ökolandwirt keine aufwändig produzierten Dünge- und Spritzmittel verwendet, bei deren Herstellung und Transport viele schädliche Treibhausgase freigesetzt werden.

Nachhaltige Ernährung hat einen doppelten Nutzen: Sie tut der Erde gut, indem weniger CO2 ausgestoßen wird und ist gesundheitsfördernd. Mit einer vorsorgenden Planung, viel Frischkost, wenig Fleisch und verarbeiteten Produkten leisten Verbraucher zudem einen wichtigen Beitrag zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Ernährung.

Stand 04.12.2013