Hintergrundinfo

Quinoa
vielseitiger Schatz der Anden

Die Vereinten Nationen (UN) haben 2013 das "Internationale Jahr der Quinoa" ausgerufen. Das sogenannte Pseudogetreide gibt es in weiß, rot und schwarz. Es sieht zwar wie ein Korn aus, gehört aber zur gleichen Pflanzenfamilie wie Rote Bete, Mangold und Spinat, nämlich zu den Gänsefußgewächsen. Vor allem im Biobereich ist Quinoa ein beliebtes Nahrungsmittel; die Nachfrage steigt.

Der Ursprung der Quinoapflanze liegt in den Anden Südamerikas, sie wird dort seit Tausenden von Jahren genutzt. Das "Gold der Inkas" gilt damit als eines der ältesten Lebensmittel der Menschen. Die Quinoapflanze wächst auch auf kargen Böden und ist gegen Hitze unempfindlich. Die Pflanze trotzt den Klimabedingungen der Anden in Bolivien, Peru oder Ecuador in über 4.000 Metern Höhe. Der Wert der Quinoa als Nahrungsmittel, aber auch als Erzeugnis kleinbäuerlicher Agrarkultur und nachhaltiger Landwirtschaft, wird mit dem UN-Jahr gewürdigt.

Gebündelte Energie in kleinem Korn
Die kleinen Samenkörnchen der Quinoapflanze tragen eine erstaunliche Nährstoffdichte und Nahrungsenergie in sich. Der Fettgehalt (fünf bis sechs Prozent) entspricht in etwa dem von Hafer, 99 Prozent der Fettsäuren sind ungesättigt, etwa die Hälfte davon entfällt auf die wichtige Linolsäure. Quinoa enthält weiterhin Kalzium, Magnesium, Eisen und Zink, verschiedene Vitamine der B-Gruppe und viel Vitamin E. In den Körnchen stecken 15 Prozent Eiweiß, das besonders gut für den menschlichen Körper verwertbar ist.

© Umweltzentrum Hannover e.V.

Wertvoller Bestandteil alternativer Ernährungsformen
Diese besonders hohe biologische Qualität des Nahrungseiweißes macht die Quinoa zu einer wertvollen Proteinquelle für Vegetarier. Aber auch Menschen, die an Zöliakie (Unverträglichkeit gegenüber dem Weizeneiweiß Gluten) erkrankt sind, finden in Quinoa eine abwechslungsreiche Alternative, da es zu den glutenfreien Lebensmitteln zählt. Quinoa ist ein wahrer Alleskönner in der Küche. Als Beilage, pikant oder süß zubereitet, in Bratlingen oder als gekeimte Saat für knackige Salate findet sich ein breites Spektrum zur Verwendung. Allerdings birgt Quinoa auch weniger erfreuliche Bestandteile in der Samenschale: Bitter schmeckende Saponine, die der Pflanze als Schutz vor Fraßfeinden dienen. Durch Waschen werden diese Stoffe vor dem Verkauf ausgespült. Trotz der Reinigung ist ein Restbestand der Saponine nicht ganz auszuschließen, sodass dazu geraten wird, Quinoa vor der Zubereitung noch einmal kräftig durchzuwaschen.

Bioquinoa, fair gehandelt
In den südamerikanischen Andenländern betreiben Kleinbauern den ökologischen Anbau von Quinoa. In Anbauorganisationen zusammengeschlossen vermarkten sie ihre Ernte auf internationalen Wegen, zum Beispiel über den Fairen Handel. Solche Kooperativen fördern den ökologischen Anbau auch durch die kontinuierliche Weiterbildung ihrer Mitglieder und sichern durch die aufgebauten Absatzwege den Ausbau der Quinoaproduktion. So hat die Quinoa es geschafft, inzwischen zum festen Sortiment gut sortierter Biohändler zu gehören und sich den Weg aus den Höhenlagen der Anden auf unsere Teller zu bahnen.

Stand 13.11.2013