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Beirat für Nachwachsende Rohstoffe besteht 20 Jahre
Landwirtschaftsminister Meyer: "Biogasproduktion muss stärker auf Naturschutz etwa durch bienenfreundliche Blühpflanzenmischungen setzen"

HANNOVER. Mit einem Festsymposium wurde heute das zwanzigjährige Bestehen des Beirates für Nachwachsende Rohstoffe beim Niedersächsischen Landwirtschaftsministerium in Hannover gewürdigt "Bioenergien und nachwachsende Rohstoffe sind wichtige Herausforderungen für Niedersachsen. Da ist guter Rat für eine ganzheitlich ökologisch-nachhaltige Ausrichtung wichtig", sagte Landwirtschaftsminister Christian Meyer als Dank für die kontinuierliche und gute Arbeit. Der Beirat habe sich in den vergangenen 20 Jahren zu einer Institution entwickelt, die weit über Niedersachsens Grenzen hinaus beachtet werde, so der Minister.
Als Beispiel für die wichtige Arbeit des Beirates nannte er die Erklärung "EEG-Novelle und Biogas", die auch im Hinblick auf die nächste EEG-Novelle ihre Bedeutung nicht verloren habe. Minister Meyer: "Auch wegen der teilweise negativen Auswirkungen der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen zur Erzeugung von Bioenergie auf Natur und Umwelt müssen wir das EEG verbessern. Die Anregungen des Beirates werden sicherlich mit einfließen."
Der Beirat für Nachwachsende Rohstoffe wurde 1993 vom niedersächsischen Landwirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Er hat die Aufgabe, die Landesregierung über Entwicklungen auf dem Gebiet der Nachwachsenden Rohstoffe zu informieren. Daneben regt er Forschungs- und Entwicklungsarbeiten sowie innovative Maßnahmen an und trifft Tendenzaussagen über neue Stoffe und Verfahren.
Christian Meyer machte während des Symposiums auch deutlich, dass die Landesregierung einen weiteren Zubau von Biogasanlagen in der bisherigen Form ablehnt. Der Landwirtschaftsminister: "Mittlerweile ist klar erkennbar, dass mit der Biogasproduktion auch negative Auswirkungen auf Umwelt, auf Flächenkonkurrenzen oder auf die Nahrungsmittelerzeugung verbunden sein können."
Bei der Biomasse setze man auf die verstärkte Nutzung von Reststoffen sowie auf umweltund landschaftsverträglich nachwachsende Stoffe. Außerdem müsse es Ziel sein, einen möglichst hohen Anteil der in Niedersachsen anfallenden Wirtschaftsdünger in Biogasanlagen zu verwerten. Hier sei etwa das Greening der EU-Agrarsubventionen wichtig, da es positive Anreize für die Nutzung von Wildpflanzen und dem Aufwuchs von Blühstreifen in Biogasanlagen geben könne.

Stand 01.11.20.13