Hintergrundinfo

Die Erbse könnte Fleisch ersetzen

Berlin - Im Rahmen der DLG Wintertagung spielte auch der Anbau von Körnerleguminosen eine Rolle. Der Erbse wurde dabei besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Über den Anbau und die Nutzung von Körnerleguminosen haben Experten auf dem DLG Winterforum in Berlin diskutiert. Im Großen und Ganzen waren sich alle einig. In den Körnerleguminosen oder besser gesagt in den pflanzlichen Proteinen steckt eine Menge Potenzial - insbesondere in der Erbse.

Auch für konventionelle Betriebe kann sich der
Anbau von Erbsen lohnen
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Erbsenanbau lohnt sich auch für konventionelle Betriebe
Dorothee Alpmann von der Fachhochschule Südwestphalen in Soest, versuchte den anwesenden Landwirten die Leguminosen schmackhaft zu machen. Nicht als Nahrungsprodukt, sondern als Pflanze in der Fruchtfolge. Sie hat 75 konventionelle Landwirte nach ihren Erfahrungen im Anbau mit Erbsen, Lupinen und Ackerbohnen gefragt.

Die Landwirte nannten viele Vorteile, die der Anbau von Leguminosen mit sich bringt - neben den positiven Effekten für die Fruchtfolge und die Vielfalt. Genannt wurden zum Beispiel die Entzerrung von Arbeitsspitzen, was zu einer besseren Arbeitsverteilung führt, die bessere Maschinenauslastung, die Einsparung von Stickstoffdünger von bis zu 30 Kilogramm pro Hektar. Die innerbetriebliche Verwertung spielte in den befragten Betrieben beim Anbau von Leguminosen ebenso eine Rolle wie der zu realisierende Mehrertrag in der Folgefrucht. Auch wenn die Wirtschaftlichkeit am Ende nicht alle Zuhörer überzeugte, gibt es für Alpmann doch viele Gründe, warum auch konventionelle Betriebe Körnerleguminosen anbauen sollten.

Die Zeit ist noch nicht reif
Einen ganz andere Sichtweise auf die Erbse hatte Dr. Ralf Thomann vom IGV Potsdam. Für ihn ist die Erbse in erster Linie eine gesunde und umweltfreundliche Alternative zum Fleisch. Aufgrund des gestiegenen Fleischkonsums weltweit und des ungünstigen Foot-prints der Fleischproduktion sucht Dr. Ralf Thomann vom IGV Potsdam nach Alternativen - sogenannten Meat Analogs.

Für ihn sei die Erbse und die Stoffe, die man aus ihr gewinnen kann, ideal als Alternative geeignet. Denn Nahrungsmittel, die aus der Erbse oder dem Erbsenmehl produziert werden könnten seien natürlich proteinreich aber auch GMO-frei, vegetarisch, vegan, kosher, allergenarm und glutenfrei. Zusätzliche hätten diese Produkte einen wesentlich besseren Carbon- und Water foot Print als Fleisch. Zudem seien die Nahrungsmittel auch für ärmere Bevölkerungschichten bezahlbar. Allerdings muss der Weg in die Supermarktregale mit Lebensmitteln aus zum Beispiel Erbsenmehl noch geebnet werden. Momentan überwiegen die Angebote an Sojaprodukten. Aber Thomann scheint überezuegt, dass die Zeit der Erbse noch kommt.

Stand: 18.01.2013