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Das dreckige Dutzend - 12 Gemüse und Früchte, die Sie Bio kaufen sollten

Ein beliebtes Argument bei Kritikern: Bio-Gemüse und -Obst hat nicht mehr Vitamine und Nährstoffe als konventionelle Produkte und ist deswegen auch nicht gesünder. So einfach ist das also. Aber: Die Pestizidbelastung ist bei Bio-Produkten deutlich niedriger. Das sei aber nicht so wichtig, weil auch bei Konventionellem die Werte fast immer unter dem gesetzlichen Höchstwert lägen.

Komplett ignoriert wird dabei, dass diese Höchstwerte oft komplett willkürlich und wissenschaftlich kaum haltbar sind. Viele Pestizide sind noch unzureichend erforscht - wie kann uns da ein fadenscheiniger Höchstwert beruhigen? Wir meinen: Lieber gar keine Pestizide als unter dem Höchstwert. Lieber Bio als Konventionell.

Wir zeigen Ihnen zwölf Früchte und Gemüse, die Sie besser Bio kaufen sollten. Gestatten, das dreckige Dutzend.

Paprika - Pestizide und Pseudo-Färbung
Sowohl Greenpeace als auch das Bundesamt für Verbraucherschutz warnen vor hohen Pestizidrückständen in Paprika. Greenpeace machte Anfang 2011 folgende skandalöse Entdeckung: Beim Paprikaanbau wird oft die gefährliche Chemikalie Ethephon verwendet um das Gemüse schneller einzufärben. Im menschlichen Körper wirkt Ethephon wie ein Nervengift.

Mehrfachbelastung bei Trauben
Tafeltrauben tauchen ebenfalls sowohl auf den Listen von Greenpeace, als auch auf denen vom Bundesamt für Verbraucherschutz auf. Bei Trauben ist vor allem die Mehrfachbelastung bedenklich. Bei Trauben lassen sich oft Spuren von über zehn verschiedenen Pestiziden nachweisen. Was dieser Giftcocktail im menschlichen Körper anrichtet, ist noch lange nicht ausreichend erforscht.

Grünkohl - Unerwartete Pestizidbelastung
Man möchte meinen, dass ein so haltbares Wintergemüse es auch ohne Chemie durchs Leben schafft. Trotzdem warnten sowohl das Bundesamt für Verbraucherschutz als auch weitere regionale Studien vor wiederholten Überschreitungen der Höchstgrenze an Pestiziden bei Grünkohl.

Weinblätter - Gesundheitsbedenkliche Mengen an Pestiziden und Chemie
Wer liebt sie nicht, die leckeren gefüllten Weinblätter beim Griechen und Türken um die Ecke. Ökotest fand bei Weinblättern jedoch in einem Test mit verschiedenen Früchten und Gemüsen so häufig bedenkliche Maße an Chemikalien, dass sie für Weinblätter als einziges Produkt im Test eine Nicht-Kauf-Empfehlung aussprachen. Ökotests Ergänzung: Wenn, dann bio!

Kirschen - Kernige Pestizidbelastung
Sowohl Sauer- als auch Süßkirschen tauchen immer wieder in Meldungen zu hohen Pestizidbelastungen auf. Lieber weiterhin vom Nachbarsbaum naschen, als beim Discounter kaufen.

Pestizide bei Birnen - vor allem aus der Türkei
Birnen waren erst vor kurzem Gegenstand einer Rückrufaktion. Besonders in der Türkei scheint der Umgang mit Pestiziden noch oft dem "Viel hilft viel"-Prinzip zu gehorchen. Laut Greenpeace sind gleich drei Produktgruppen, Paprika, Trauben und Birnen, aus der Türkei oft enorm pestizidbelastet.

Kopfsalat inklusive Pestizid-Shampoo
Lecker Salat aus Omis Garten? Leider oft mehr Idylle als Realität. In Gewächshäusern und Riesenfeldern wird dem Salat der Kopf tüchtig mit Chemie gewaschen.

Gurken - Pilzmittel und Insektengift am grünen Stengel
Anti-Pilzmittel, sogenannte Fungizide, und Insektengifte führen bei konventionellen Gurken oft zu einer hohen Pestizidbelastung. Das führt zu der abstrusen Konsequenz, dass viele Leute ihre Gurken schälen und damit den vitamin- und mineralstoffreichsten Teil des Gemüses wegwerfen.

Erdbeeren - fruchtig rote Pestizide
Sorgenbefreites Naschen? Nicht mit konventionellen Erdbeeren. An den überzüchteten Pflanzen hängen zu viele Früchte und diese zu nah über dem Boden, als dass sie ohne eine Menge Chemie und Pestizide den Schädlingen und der Fäulnis widerstehen könnten.

Äpfel - die unnötige Chemieperfektion
Es gibt allein in Deutschland weit über 1000 Apfelsorten. Einige davon halten einen ganzen Winter, der Boskoop war sogar erst verschrumpelt und lange gelagert wirklich lecker. Doch heute will der konventionelle Konsument das ganze Jahr über knackig glänzende Frische-Illusion. Der Preis: Irrwitzige Transportwege, künstliche Reifung und ein Haufen Pestizide oben drauf.

Nitratschleuder Spinat
Konventioneller Spinat ist oft stark mit dem Düngemittel Nitrat belastet. Das kann sich mit Keimen in das krebserregende Nitrit umwandeln. Vor einigen Jahren fand Stiftung Warentest sogar Listeriene in Spinat, ein Stoff aus Tierkot. Bio-Spinat kam in dem Test dabei deutlich besser weg und erhielt eine klare Empfehlung.

Internationale Lebensmittel - Pestizide auf dem Weltmarkt
Außerhalb der EU gelten wesentlich lockerere Regelungen zum Einsatz von Pestiziden und sonstigen Chemikalien. Zwar sollten solcherlei belastete Produkte beim Import ausgesondert werden. Doch es kommen immer wieder konventionelle Früchte oder Gemüse in den Handel, die mit schon lange EU-weit verbotenen Stoffen belastet sind.

Das war das dreckige Dutzend an Obst und Gemüse, das Sie lieber Bio kaufen sollten, statt sich konventionell mit Pestiziden zu belasten.

Stand: 28.09.2012