Hintergrundinfo

Mehr Transparenz für Regionales

Ob Möhren, Salat oder Zucchini: Jetzt gibt es wieder heimisches Gemüse in Hülle und Fülle. Dabei wird Ware aus der Region immer öfter offensiv beworben, egal ob in Bio- oder herkömmlicher Qualität. Kein Wunder, denn regionale Lebensmittel sind beliebt beim Kunden. Die Biobranche profitiert von diesem Trend, denn hier gehört es schon immer zur Philosophie, regional und saisonal zu produzieren.

Dennoch finden die Kunden auch bei einheimischen Gemüsesorten zu unterschiedlichen Jahreszeiten Auslandsware im Regal. Nicht immer kann der gesamte Bedarf aus der Heimat gedeckt werden. So importierte Deutschland im Wirtschaftsjahr 2009/2010 beispielsweise etwa die Hälfte der Biomöhren. Wer Regionales will, sollte also genau auf das Herkunftsland schauen, das bei Obst und Gemüse immer angegeben werden muss.

Definition der Region tut not
Nach einer Emnid-Umfrage im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums (BMVEL) achtet etwa die Hälfte aller Verbraucher beim Einkauf auf Lebensmittel aus der Region. Das ist gut so, denn regional ist häufig auch saisonal und schützt die Umwelt, weil lange Transportwege wegfallen. Das Problem für Verbraucher: Es gibt bisher keine allgemeingültige Definition, was regional bedeutet. Die zahlreichen Anbieter regionaler Lebensmittel folgen alle ihren jeweils selbst gesetzten Regeln. Sie definieren einen Landkreis, Naturlandschaftsräume wie beispielsweise die Eifel, einen bestimmten Kilometerradius, ein Bundesland oder ganz Deutschland als "ihre" Region. Das verwirrt Verbraucher und ist manchmal auch irreführend. Der Ruf von Verbraucherschutz und Politik nach einer transparenten Kennzeichnung von regionalen Produkten wurde deshalb immer lauter.

Transparenz durch Regionalfenster
Das BMVEL ließ deshalb von Experten verschiedene Wege und Modelle zu einer einheitlichen Regionalkennzeichnung eingehend prüfen. Eindeutiger Favorit in Sachen Transparenz und Praktikabilität war das Konzept des "Regionalfensters" - ein Informationsfeld auf der Verpackung. Verbraucher erfahren, aus welcher klar definierten Region Milch, Möhren oder Äpfel kommen. Und bei zusammengesetzten Produkten wie Fruchtjoghurt oder Wurst gibt es entsprechende Infos zu den einzelnen Zutaten. Klar, dass diese Aussagen dann auch neutral kontrolliert werden müssen.

Bio und regional - die ideale Kombination
Doch noch ist es nicht soweit. Es kostet noch ein wenig Entwicklungsarbeit, bis die Regionalkennzeichnung wirklich konkret wird. Bis dahin heißt es für Kunden, die Wert auf regionale Ware legen, gut zu prüfen. Egal ob auf dem Wochenmarkt oder im Supermarkt: Das Verkaufspersonal sollte sagen können, woher die Ware kommt und wie der Begriff Region definiert wurde.

Quelle: www.oekolandbau.de

Stand: 14.08.2012