Hintergrundinfo

Biokartoffeln das ganze Jahr

Die Hauptsaison für deutsche Kartoffeln fängt jetzt langsam an und dauert bis Ende November. In der Kartoffel-Hochsaison sollten Händler die Chance nutzen, ihre Fachkompetenz in Sachen Gemüsetheke zu beweisen. Sie punkten bei ihren Kunden mit einem abwechslungsreichen und reichhaltigen Angebot der unterschiedlichsten Sorten, von gelblicher bis dunkel violetter Schalenfarbe und runder bis länglicher Knollenform.

Etwa 170 verschiedene Kartoffelsorten wie Bamberger Hörnchen, Blauer Schwede, Rote Emmalie, Annabelle und Linda hat der ökologische Landbau in Deutschland zu bieten. Diese attraktive Vielfalt lässt sich mit der richtigen Warenpräsentation als Blickfang in der Obst- und Gemüsetheke bestens vermarkten.

Biokartoffeln aus Deutschland gibt es das ganze Jahr.
Jetzt ist die neue Ernte auf dem Markt.
Foto: T. Stephan


Eine Pflanze - viele Namen

Abgesehen von der Sorte, hat auch die Kartoffelpflanze an sich schon viele Namen: Ärpel (Rheinland), Grumbeere (Pfalz), Potacke (Franken) oder einfach nur Kartoffel wird die Pflanze mit lateinischem Namen Solanum tuberosum genannt. In Deutschland begann der Siegeszug der Kartoffeln mit einer Anordnung Friedrich des Großen im Jahre 1756, der den Kartoffelanbau in Preußen befahl. Die Nutzpflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse stammt ursprünglich aus den Anden. Dort werden noch heute rund 3.800 verschiedene Variationen angebaut.

In Europa ist Deutschland der größte Biokartoffelanbauer mit einer Anbaufläche von 8.200 Hektar. Die EU-weite Bioanbaufläche für Kartoffeln hat sich laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) in den letzten Jahren kaum verändert und beträgt circa 24.500 Hektar.

Einheimische Ware reicht aus

Die einheimische Ware reicht für die Nachfrage. Bei optimalen Lagerbedingungen behält sie eine hervorragende Qualität.
72 Prozent der in Deutschland verkauften
Biokartoffeln sind aus einheimischem Anbau.
Dieser Anteil könnte noch höher sein.
© AMI 2012

Heimische Lagerkartoffeln stehen im Februar bis April den Frühkartoffeln aus dem Ausland gerade im Geschmack in nichts nach. Dennoch macht ausländische Ware 28 Prozent der Biokartoffeln aus. Ihre Klimabilanz fällt bei Ware aus Ägypten und Israel, die mit jeweils 10.000 Tonnen Importmenge die größte Rolle spielen, deutlich schlechter aus. Österreich ergänzt seit Jahren das deutsche Angebot in der Lagersaison in gleicher Größenordnung.

Guter Absatz in der Saison 2011/12

In der gesamten Saison 2011/12 wurden nach AMI Analyse des GfK-Haushaltspanels sechs Prozent mehr Speisekartoffeln aus ökologischer Erzeugung von privaten Haushalten erworben als in der Saison 2010/11. Mit 74 Prozent Anteil an der gesamten eingekauften Menge an Biokartoffelspeiseware kommt dem Lebensmitteleinzelhandel inklusive Discount eine führende Rolle beim Absatz zu.

Quelle: www.oekolandbau.de

Stand: 13.08.2012