Hintergrundinfo

Soja aus Deutschland

Heimischer Anbau gewinnt an Bedeutung

In den vergangenen Jahren hat der Anbau von Sojabohnen in Deutschland zugenommen. Denn die Nachfrage nach gentechnikfreien und regional hergestellten Lebens- und Futtermitteln wächst, erklärt das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL). Bislang wird der Sojabedarf überwiegend durch Importe aus Ländern wie Brasilien gedeckt. Denn die klimatischen Bedingungen erschweren den heimischen Anbau.

So reagiert die Sojabohne empfindlich auf kühle Temperaturen. In der Blüte und während der Körnerbildung ist der Wasserbedarf besonders hoch, so dass die Felder bei ausbleibenden Sommerniederschlägen beregnet werden müssen. Aufgrund der langsamen Jugendentwicklung können unerwünschte Beikräuter Probleme bereiten und die Erträge mindern.

Um den heimischen Sojaanbau zu fördern und diese Schwierigkeiten zu überwinden, wurde Anfang 2011 ein Forschungsprojekt gestartet. Es werden beispielsweise neue, an das Klima besser angepasste Sorten gezüchtet und im Anbau getestet.
Im Jahr 2011 haben die Landwirte in Deutschland auf rund 5.000 Hektar Sojabohnen angebaut, von denen die Hälfte ökologisch bewirtschaftet wurde. Im Vergleich zum Vorjahr ist die Anbaufläche deutlich um 1.000 Hektar gewachsen. Da international gehandelte Sojarohstoffe überwiegend gentechnisch verändert sind, bevorzugen offenbar immer mehr Futter- und Lebensmittelhersteller heimische Ware.


© Sigrid Rossmann / www.pixelio.de

Die Sojabohne (Glycine max) ist weltweit die wichtigste Öl- und Eiweißpflanze. Sie geht eine Symbiose mit Knöllchenbakterien ein, die Luftstickstoff fixieren und diesen an die Pflanze abgeben. Diese Bakterien kommen in hiesigen Böden nicht vor, so dass das Saatgut beimpft werden muss. Eine Nitratdüngung ist nicht erforderlich. Die Sojabohne ist ein wertvoller Rohstoff für die Herstellung von Lebens- und Futtermitteln, hat aber auch als Ölpflanze zur Biodieselherstellung an Bedeutung gewonnen.