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Bio-Betrugsfall in Italien

Am 5. Dezember wurden sieben italienische Geschäftsleute verhaftet, die konventionelle Ware in Bio-Ware umdeklariert haben sollen. Der BÖLW und seine Mitglieder verurteilen den Betrug aufs Schärfste, denn die Verhafteten schädigen nicht nur ihre Handelspartner, sondern bringen möglicherweise eine ganze Branche in Verruf. Als betroffene Produkte werden Getreide, Mehle, Soja, Ackerbohnen, Frischobst und Trockenobst genannt.

Nach bisherigen Informationen handelt es sich um einen Betrugsdelikt und nicht um gesundheitsgefährdende Waren. Die Firmen sollen teils rumänische, teils italienische Ware mit gefälschten Zertifikaten zu Bio-Ware umdeklariert haben.

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) und seine Mitgliedsverbände stehen in engem Kontakt mit ihren Unternehmen sowie mit anderen Öko-Verbänden und Kontrollstellen in Deutschland und Europa.

Am heutigen Freitagnachmittag wurde dem BÖLW mitgeteilt, dass dank Amtshilfe der Kriminalpolizei den Öko-Kontrollbehörden nunmehr die Listen der gefälschten Zertifikate und die Daten der damit getätigten Lieferungen vorliegen. Diese würden jetzt über die Behörden den Öko-Kontrollstellen zur Verfügung gestellt, so dass diese wiederum die möglichen betroffenen Unternehmen informieren könnten.

Anhand dieser Listen kann jetzt nachvollzogen werden, welche Warenlieferung von gefälschten Papieren begleitet wurde. Die Unternehmen können damit präzise nachforschen, ob sie betroffene Ware erhalten haben. Sie können deren Verwendung klären und sie - sofern noch Ware im Unternehmen vorhanden ist - von der Auslieferung zurückhalten sowie ggf. ihre Kunden informieren. Wir begrüßen, dass - dank der nun vorliegenden exakten Daten - ein präzises Klären auf Rohwarenpartiebasis für die Unternehmen möglich ist.

Nach dem gegenwärtigen Wissenstand kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Unternehmen in Deutschland von gefälschten Zertifikaten begleitete Ware erhalten haben könnten.

Stand: 16.12.2011