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Globale Ernährungssicherung braucht Ökolandbau

Berlin, 14.10.2011. Anlässlich des Tages der Welternährung am 16. Oktober 2011 wendet sich der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) gegen die Patentrezepte der Agrarindustrie: "Industrielle Landwirtschaft mit synthetischem Dünger, Pestiziden und Gentechnik auf dem Feld sowie Massenproduktion von Billigfleisch im Stall ist nicht Lösung sondern Ursache für die Probleme der globalen Ernährungssicherung", bringt es BÖLW-Vorstandsvorsitzender Felix Prinz zu Löwenstein auf den Punkt und fordert die Bundesregierung auf, endlich die selbst benannten Ziele ihrer Nachhaltigkeitsstrategie ernst zu nehmen und den Ökolandbau als Leitbild für die Entwicklung der Landwirtschaft anzuerkennen.

International müsse die Bundesregierung diese Ziele mit der Unterzeichnung des Weltagrarberichtes dokumentieren.
Löwenstein weißt darauf hin, dass gerade die eine Milliarde
hungernder oder fehlernährter Menschen weltweit auf eine Landwirtschaft der Ökologischen Intensivierung angewiesen ist - also auf eine Lebensmittelherstellung, die ohne teure Agro-Chemikalien aus den Fabriken der Industriestaaten auskommt. "Dass das möglich ist, beweisen heute schon hunderttausende von fortschrittlichen Bäuerinnen und Bauern weltweit. Sie entwickeln und praktizieren eine Landwirtschaft, die genug produziert und dabei effizient und nachhaltig mit Ressourcen wie Wasser, Biodiversität oder Bodenfruchtbarkeit umgeht, auf die auch künftige Generationen angewiesen sind."

Die mitunter als Wundermittel gepriesene Agro-Gentechnik bezeichnet Löwenstein als eine reine Convenience-Technologie: "Weltweit wachsen Gentech-Pflanzen auf Millionen von Hektaren. Keine davon wurde entwickelt, um höhere Erträge und damit mehr Nahrung zu erzeugen. Sie dienen ausschließlich dazu, Großflächenlandwirtschaft in Monokulturen betreiben zu können, ohne die für den Erhalt von Bodenfruchtbarkeit erforderlichen Fruchtfolgen einhalten zu müssen. Durch die Lizenzansprüche der Patentinhaber verstärken Gentech-Pflanzen zudem zusätzlich die wirtschaftliche Abhängigkeit der Bauern von den großen Agrarunternehmen", erläutert er.

Schließlich, so Löwenstein, sei auf den Zusammenhang zwischen unseren Lebens- und Ernährungsstilen und dem Druck auf die globalen Lebensmittelmärkte hinzuweisen: "Wenn alle Menschen auf der Erde so leben und essen wollen wie wir, dann kann es nicht reichen - egal mit
welchem Ansatz Landwirtschaft zukünftig betrieben wird." Er verweist in diesem Zusammenhang auf die Lebensmittelverschwendung und den hohen Fleischkonsum der Industrienationen.

Mehr zum Thema lesen Sie in der BÖLW-Stellungnahme "Ökologische Lebensmittelwirtschaft und Welternährung"

Quelle: Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft e.V.