Hintergrundinfo

Regions-Grüne: Mensch und Tier in den Vordergrund

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN in der Region sind zum Thema Großställe seit Monaten im Gespräch mit Vertreterinnen und Vertretern von Landvolk und ökologischer Landwirtschaft. "Wir sprechen uns grundsätzlich gegen Massentierhaltung aus", betont Ulrich Schmersow. "Wir brauchen eine Landwirtschaft die Menschen und Tiere in den Vordergrund stellt und ökologisch orientiert ist."

Entgegen den Aussagen in der Presse wollen die GRÜNEN das Thema Massentierhaltung nicht aus dem Wahlkampf heraushalten. "Wir nutzen zahlreiche Veranstaltungen zu dem Thema, um notwendige Diskussionen mit Bürgerinitiativen, Landwirtschaft und Verbraucherinnen und Verbrauchern zu führen", so Schmersow, umweltpolitischer Sprecher der GRÜNEN in der Region. Zahlreiche Landwirte sehen ihre einzige Überlebenschance in großen Tierhaltungsanlagen und machen sich damit aber abhängig von der Agrarindustrie.

Die Region ist verpflichtet diese Tiermastställe zu genehmigen. Hintergrund ist die Privilegierung der Landwirtschaft im Bundesbaugesetz. Bei Einführung dieses Privilegs gab es Tierställe in Größenordnung von mehren tausend Tieren nicht. Von daher erscheint es nicht mehr zeitgemäß. GRÜNE auf Bundesebene haben in einem Gesetzentwurf gefordert, dass die Großställe nicht mehr dieses Vorrecht genießen sollen. Schmersow sagt hierzu: "Wir wollen diese Privilegierung abschaffen und hohe Standards für Mensch und Tier gesetzlich festschreiben."

Mit den klaren Standards zum Brandschutz stellt die Regionsverwaltung Anforderungen an die Landwirtschaft, die den Schutz der Tiere im Brandfall gewährleisten soll. Filteranlagen bieten den Anwohnerinnen und Anwohnern in der Nähe von Großställen Schutz vor Keimen.

"Wichtig ist, dass Maststallgegner und Landwirte nicht gegeneinander aufgebracht werden - sondern im Gespräch bleiben", so der Umweltpolitiker. In Groß Munzel hatten Jugendliche ein Feld besetzt um gegen die geplante Massentierhaltung zu demonstrieren. Mit Spezialkräften der Polizei wurde diese Aktion beendet. Hierzu betont Schmersow: "Der Polizeieinsatz in Groß Munzel war unverhältnismäßig - Jugendliche auf einem leeren Feld sind doch keine Bedrohung!"

Ohne Großdemonstrationen und Aktionen geht für die GRÜNEN das Engagement gegen Massentierhaltung weiter. Auch die Förderrichtlinien für die Landwirtschaft auf EU-Ebene müssen angepasst werden, damit Landwirtinnen und -wirte sich für die ökologische Landwirtschaft entscheiden können. Auf lokaler Ebene haben Verbraucherinnen und Verbraucher im Supermarkt die Wahl. "Wer diese Art von industrieller Landwirtschaft nicht unterstützen will, sollte Produkte aus Massentierhaltung liegen lassen", so Schmersow. "Die Alternative für Bäuerinnen, Bauern, Verbraucherinnen und Verbraucher liegt in der ökologischen Landwirtschaft!"

Stand: 15.08.2011