Hintergrundinfo

Eiweißreiche Kost erhöht vermutlich Diabetesrisiko

Bei Übergewichtigen, die viel Eiweiß mit der Nahrung aufnehmen, kann die Wirkung des Hormons Insulin beeinträchtigt und dadurch das Diabetesrisiko erhöht sein. Das lässt eine Studie des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE) vermuten. An der Untersuchung nahmen über 80 übergewichtige Menschen teil, die für Typ-2-Diabetes gefährdet waren. Beim Typ-2-Diabetes spricht der Körper nicht mehr ausreichend auf das Hormon Insulin an.

Die Probanden wurden in vier Gruppen eingeteilt, die sich jeweils für 18 Wochen an eine bestimmte Diät hielten. Die vier Diäten basierten auf einer ausgewogenen Kost und hatten den gleichen Brennwert, variierten aber im Anteil an unlöslichen Ballaststoffen und Eiweiß. Bei der eiweißreichen Kost stammten 25-30 % der Energie aus Proteinen, die durch Milchprodukte, Fleisch und Fisch, aber auch Eiweißextrakte aus Molke und Erbse aufgenommen wurden. Stoffwechseluntersuchungen haben gezeigt, dass eine hohe Eiweißaufnahme die Weiterleitung des Insulinsignals direkt beeinflussen kann. Die Konzentration bestimmter Botenstoffe im Fettgewebe erhöht sich, welche die Wirkung des Hormons verschlechtern. Unlösliche Getreideballaststoffe aus Getreide können diesen Effekt teilweise aufheben, indem sie die Eiweißaufnahme aus dem Darm verringern. Weitere Untersuchungen sind jedoch notwendig, um die Resultate zu untermauern.

Heike Kreutz, aid

Stand: 20.06.2011