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Zum Schutz vor EHEC-Infektionen: Keine rohen Sprossen essen

Die Verzehrswarnung für rohe Tomaten, Gurken und Blattsalat ist aufgehoben. Zum Schutz vor EHEC-Infektionen sollten aber Sprossen und Keimlinge weiterhin vorsorglich nicht roh gegessen werden - auch nicht, wenn sie selbst gezogen sind. So lautet die aktuelle Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) und des Robert Koch-Instituts (rki).

Rohe Bohnenkeimlinge gelten nachweislich als eine Quelle für den aggressiven Bakterienstamm, der seit Mai vor allem in Norddeutschland die zum Teil lebensbedrohlichen Durchfallerkrankungen ausgelöst hat. Die Zahl der Neuinfektionen ist laut rki aber rückläufig. Die Behörden vermuten, dass die Verbreitung des EHEC-Erregers in Norddeutschland von einem niedersächsischen Gartenbaubetrieb ausgegangen ist. Produkte des Unternehmens wurden aus dem Verkehr gezogen. Noch ist nicht geklärt, wie die Bakterien in den Betrieb gelangt sind. Es erhärtet sich der Verdacht, dass Sprossensamen zu einer Kontamination der Sprossen ursächlich beigetragen haben könnten. Allerdings konnte der Erreger derzeit noch nicht in den Samen nachgewiesen werden. Aus Vorsorgegründen rät daher das BfR auch von dem Verzehr selbst gezogener roher Sprossen ab. Das rki hatte Menschen zu einem gemeinschaftlichen Restaurantbesuch befragt und konnte dadurch die Ursache des Ausbruchs letztendlich auf den Verzehr von Sprossen eingrenzen. An der Studie waren fünf Gruppen mit insgesamt 112 Personen beteiligt, von denen sich 19 Teilnehmer mit EHEC infiziert hatten. Bei Kunden, die in der Gaststätte Sprossen verzehrt hatten, war das Erkrankungsrisiko auf das 8,6-Fache erhöht. Der EHEC-Erreger kann im Erkrankungsfall auch von Mensch zu Mensch über Schmierinfektionen oder durch verunreinigte Gegenstände übertragen werden. Daher raten die Experten zusätzlich zu gründlicher Hand-, Küchen- und Lebensmittelhygiene.

Heike Kreutz, Ute Gomm, aid

Stand: 16.06.2011