Hintergrundinfo

Das hilft gegen Erdflöhe im Gemüsebeet

So mancher Hobbygärtner wundert sich im Frühjahr, warum seine Radieschen- oder Rucolablätter aussehen wie von einem Schrotgewehr durchlöchert. Bei genauerem Hinsehen sind Erdflöhe als Täter meist schnell ausgemacht. Sie sind maximal 4 mm groß, meist schwarz glänzend oder gelb gestreift und springen auffällig gut, wenn man sie berührt. Bei diesen Gemüseschädlingen handelt es sich aber nicht, wie der Name vermuten lässt, um Flöhe, sondern um winzig kleine Käfer mit sprungstarken Hinterbeinen. Sobald im Frühling die ersten Sonnenstrahlen den Gartenboden erwärmen, werden diese kleinen Schädlinge aktiv - vor allem, wenn der Boden trocken ist. Die Käfer fressen kleine Löcher in die Blätter zahlreicher Kohlgemüse wie Radieschen, Rettich, Rucola oder Kopfkohl. Befallen werden aber auch botanisch verwandte Zierpflanzen und Wildkräuter. Den größten Schaden verursachen Erdflöhe an Keimlingen und Jungpflanzen, bei denen der Fraß zu Wachstumsstockungen führen kann.

Wenn die Radieschenblätter aussehen wie von einem Schrotgewehr durchschossen, waren höchstwahrscheinlich Erdflöhe am Werk. Loch für Loch fressen sich die kleinen Käfer durch die Blätter sämtlicher Gemüsearten der Kohlfamilie und richten damit vor allem bei Jungpflanzen teils erheblichen Schaden an.

Sobald im Frühling die ersten Sonnenstrahlen den Gartenboden erwärmen, werden die Erdflöhe aktiv. Als Erdflöhe bezeichnet man eine Gruppe verschiedener Blattkäferarten.

Die Käfer sind schwarzglänzend oder gelb gestreift und mit einer maximalen Länge von 4 mm sehr klein. Der für Käfer ungewöhnliche Name "Erdfloh" ist auf das enorme Sprungvermögen dieser winzigen Insekten zurückzuführen: Durch die starken Hinterbeine, können die Tiere - ähnlich wie Flöhe - sehr weit springen.

Schäden überwiegend an Keimlingen und Jungpflanzen

Unter den Erdflohkäfern sind die "Kohlspezialisten" am weitesten verbreitet. Sie findet man überwiegend an Kohlgemüse wie Radieschen, Rettich oder Rauke sowie an allen Kopfkohlarten. Befallen werden aber auch botanisch verwandte Zierpflanzen (z. B. Steinkraut, Goldlack) und Wildkräuter (z. B. Hirtentäschel, Hederich).

Erdflöhe fressen kleine Löcher in die Blätter oder vernichten ganze Keimlinge bereits im Boden. Bei starkem Befall wirken die Blätter wie mit dem Schrotgewehr durchschossen. Den größten Schaden verursachen die Erdflöhe an Keimlingen und Jungpflanzen, wo der Fraß zu Wachstumsstockungen führen kann. Starke Qualitätseinbußen erleiden auch Kohlgemüse, von denen die jungen Blätter als Salat genutzt werden wie zum Beispiel Rauke oder verschiedene Asiasalate. Ältere Pflanzen werden nicht so stark geschädigt, da die Tiere meist nur die bodennahen Blätter befallen. Die Larven einiger Erdflohkäferarten verursachen auch Fraßschäden an der Rettichrübe. Erdflöhe sind zudem auch Überträger verschiedener pflanzenschädigender Viren.

Regulierungsmöglichkeiten


Leider gibt es nicht viele Möglichkeiten, die Erdflöhe bei akutem Befall zu vertreiben. Derzeit stehen für den Hausgartenbereich keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel zur Verfügung.

Da Erdflöhe trockenen Boden bevorzugen, ist es wichtig, den Boden stets feucht zu halten, zum Beispiel durch das Überbrausen der Pflanzen in regelmäßigen Abständen mit reichlich Wasser. Bevorzugt befallen werden vor allem junge Pflanzen mit zarten Blättern. Aus diesem Grund ist es wichtig, mit allen verfügbaren Mitteln für eine zügige Entwicklung der Jungpflanzen zu sorgen.

Im Gemüsebeet können die Erdflöhe durch frühzeitiges Abdecken mit Kulturschutznetzen oder Vliesen von den Kulturpflanzen abgehalten werden. Die Netze oder Vliese müssen bereits im Frühjahr direkt nach der Aussaat aufgebracht werden. Sobald es im Sommer unter den Netzen zu warm wird, müssen diese jedoch - zumindest tagsüber - abgenommen werden, damit die Pflanzen darunter keinen Hitzeschaden erleiden.

Wie bei anderen Schädlingen und Pflanzenkrankheiten, gilt auch beim Erdfloh die strikte Einhaltung einer vielfältigen Fruchtfolge als wirksame Methode, um den Befall zu reduzieren. Kulturen der Familie der Kreuzblütler (Kohl, Senf, Radieschen, Rettich, Rucola und andere) dürfen nicht ein Jahr nach dem anderen auf dem gleichen Beet angebaut werden. Es sind Anbaupausen von mindestens 4-5 Jahren einzuhalten. Auch der Anbau in Mischkultur mit Buschbohnen, Salat oder Spinat soll Abhilfe schaffen.

Jörg Planer, aid

Stand: 04.05.2011