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Zusätzliche Überprüfungen zur Lebensmittelsicherheit von aktuellen Lebensmittelimporten aus Japan nach nuklearem Störfall veranlasst

Hannover. Die aktuellen Ereignisse im Zusammenhang mit dem nuklearen Störfall im japanischen Atomkraftwerk Fukushima und die Freisetzung radioaktiver Partikel in die Umwelt werden hinsichtlich ihrer Auswirkungen vom niedersächsischen Verbraucherschutzminister Lindemann aufmerksam verfolgt und hinsichtlich möglicher Auswirkungen für die Lebensmittelsicherheit in Niedersachsen kontinuierlich bewertet. Die Lebensmittelüberwachungsbehörden des Landes sind angewiesen, aktuell importierte Lebensmittel aus Japan stichprobenartig auf Radioaktivität zu untersuchen und dabei besonders Importeure zu berücksichtigen.

Das Verbraucherschutzministerium erhält über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel- und Futtermittel Informationen zur Kontamination von Lebensmitteln. Bei in den Präfekturen Fukushima und Ibaraki erzeugten Lebensmitteln (Milch und Spinat) wurde eine Radioaktivität oberhalb der vorläufigen Richtwerte des japanischen Lebensmittelrechts festgestellt. Die japanischen Behörden haben Maßnahmen ergriffen, dass die dort erzeugten Lebensmittel nicht in den Verkehr gelangen.

Aufgrund der vorherrschenden Windrichtung gelangen radioaktive Partikel ins Meer. Eine Gefährdung der deutschen Verbraucher durch kontaminierte Fische und Meeresprodukte aus Japan kann nach Einschätzung des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, der deutschen Leitstelle für die Überwachung der Umweltradioaktivität bei Fischen und Fischereierzeugnissen zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen werden. Aus Störfällen der Vergangenheit haben die Wissenschaftler gelernt, dass sich in gut durchströmten Meeren Kontaminationen relativ schnell verdünnen und es wurde eine schnelle Abnahme der Radionuklidgehalte sowohl im Meer als auch im Fisch beobachtet.

Niedersachsen verfügt über fünf Messstellen zur Messung der Umweltradioaktivität bei Lebensmitteln und Futtermitteln. Das Lebensmittelinstitut Braunschweig, das Lebensmittelinstitut Oldenburg, das Veterinärinstitut Hannover und das Institut für Fische und Fischereierzeugnisse Cuxhaven des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) sowie die Landwirtschaftliche Untersuchungs- und Forschungsanstalt (LUFA) Nord-West sind durch Übungen im Rahmen des Integrierten Mess- und Informationssystems (IMIS, www.bfs.de/ion/imis), zuletzt im Jahr 2010, auf Situationen, die eine erhöhte Messintensität erfordern, bestens vorbereitet.

Stand: 23.03.2011