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Umweltinstitut München überwacht die Münchner Außenluft
Multi-GAU in Japan

München, 14. März - Die Anfragen über eine mögliche Gefährdung durch Radioaktivität häufen sich beim Umweltinstitut München. In München besteht derzeit kein Anlass für Schutzmaßnahmen. Dies bestätigen auch unsere Messungen der Münchner Außenluft. Sollte sich der Radioaktivitätsgehalt erhöhen, gibt das Umweltinstitut eine sofortige Warnung aus. Die aktuellen Messwerte sind auf umweltinstitut.org veröffentlicht.

"Wir sind zutiefst erschüttert über die Katastrophe in Japan. Das schrecklich Unglück zeigt, wie dramatisch Atomkraftwerke die ohnehin verheerenden Folgen einer Naturkatastrophe verschlimmern. Die japanischen AKW-Betreiber und Behörden müssen sofort alle Informationen herausgeben, damit die Bevölkerung sich schützen kann. Die Regierungen aller Atomnationen sollten spätestens jetzt begreifen, dass die Atomtechnologie nicht zu beherrschen ist", sagt Harald Nestler, Vorstand des Umweltinstitut München.

Das Umweltinstitut überwacht seit dem Atomunglück in Tschernobyl 1986 die Münchner Außenluft und misst den Radioaktivitätsgehalt in Lebensmitteln. Derzeit stellen wir keine erhöhte Radioaktivität fest.
Aktuelle Messewerte sind hier veröffentlicht.

Zudem warnt das Institut derzeit dringend vor der Einnahme von hochdosierten Jodtabletten zur Blockade der Schilddrüse als Vorbeugung gegen eine mögliche radioaktive Verstrahlung.
Die Einnahme ist nur im Falle einer tatsächlich bevorstehenden Belastung mit radioaktivem Jod-131einzunehmen. Jod füllt lediglich die Jodspeicher in der Schilddrüse, um sie vor der Aufnahme von radioaktiv belastetem Jod zu bewahren und schützt nicht vor allen anderen radioaktiven Stoffen wie Plutonium, Cäsium oder Strontium.

Das Umweltinstitut München fordert die Regierung zur sofortigen Abschaltung der Altreaktoren Neckarwestheim1, Philippsburg 1, Isar 1, Biblis A und B und Unterweser. Sie sind die ältesten und gefährlichsten deutschen AKWs. Das Sicherheitsrisiko, das von ihnen ausgeht ist schon lange nicht mehr tragbar. Die abgeschalteten Pannenreaktoren Krümmel und Brunsbüttel dürfen keinesfalls wieder ans Netz. Außerdem fordern wir die Regierung auf, den kompletten Ausstieg sofort ernsthaft in die Wege zu leiten und sich mit Nachdruck um den Ausbau der Erneuerbaren Energien zu kümmern.