Hintergrundinfo

CarSharing in Deutschland kennt keine Krise
Weiterhin große Zuwächse in 2010 zu verzeichnen

Auch auf das vergangene Jahr blicken die deutschen CarSharing-Anbieter mit kontinuierlich guten Wachstumsdaten zurück. Das Wort Krise hat im Wortschatz der Branche keinen Platz. Stattdessen 5 konzentrieren die Anbieter alle Anstrengungen darauf, die steigenden Teilnehmerzahlen stets mit einem kundenorientierten Angebot zufrieden zu stellen. Die Wachstumskennzahlen des Jahres 2010.Zum Stichtag 01.01.2011 ist die Zahl der CarSharing-Teilnehmer in Deutschland auf 190.000 Fahrberechtigte angestiegen. Das sind 20,3 Prozent mehr CarSharing-Nutzer als im Jahr zuvor. Erstmals wurde mit 32.000 zusätzlichen Fahrberechtigten bei den Neukunden die 30.000er Marke überschritten. Zwar wird die überwiegende Mehrzahl der CarSharing-Kunden von in der Regel unter- nehmerisch organisierten Anbietern in den Großstädten und Ballungsräumen gehalten, aber auch die kleinen CarSharing-Anbieter zeigen ein beeindruckendes Kundenwachstum.

Während die großen Anbieter mit mehr als 20 Fahrzeugen 20,6 Prozent mehr Kunden in ihren Kundendateien registrierten, waren bei den kleinen Anbietern mit bis zu 20 Fahrzeugen 15,0 Prozent mehr Kunden eingeschrieben. Die Anzahl der im CarSharing eingesetzten Fahrzeuge ist von 4.600 Anfang 2010 auf 5.000 Anfang 2011 angestiegen. Der Zuwachs betrug 8,7 Prozent. Nachdem in den letzten beiden Jahren der prozentuale Zuwachs der CarSharing- Fahrzeuge den der jeweiligen Fahrberechtigten übertraf, ist in 2010 der umgekehrte Effekt zu beobachten. Die Angebotsvorleistung zusätzlicher Fahrzeuge in den Vorjahren wurde in 2010 durch das Nachziehen der Nachfrage durch neue Kunden bestätigt. Im statistischen Durchschnitt kamen im Jahr 2010 deutschlandweit 38 Kunden auf ein CarSharing-Fahrzeug. Die Fahrzeuge verteilen sich bundesweit auf 2.400 CarSharing-Stationen. Dies sind 200 Stationen mehr als ein Jahr zuvor und ein Zuwachs um 9,1 Prozent. Damit bleibt das Stationswachstum hinter dem Kundenwachstum zurück. In den dicht bebauten Gründerzeitvierteln der Großstädte wird es für
die CarSharing-Betreiber immer schwieriger, wohnungs- und arbeitsplatznah neue Flächen für CarSharing-Stationen auf privatem Grund anzumieten. Das zeigt die Dringlichkeit einer bundesweiten gesetzlichen Regelung, die im Bedarfsfall das Genehmigen von CarSharing-Stellplätzen im öffentlichen Straßenraum durch die Kommunen erlaubt. Diese Position wurde am 01.12.2010 bis auf eine Ausnahme von allen Experten einer öffentlichen Anhörung im Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages sehr nachdrücklich vertreten. In der Betrachtung der Zeitreihen von Anfang 1997 bis Anfang 2011 lässt sich erkennen, dass das CarSharing-Wachstum in Deutschland seit 2007 einen deutlichen Schub genommen hat. In die Bilanzierung einbezogen wurden alle 128 CarSharing-Anbieter in Deutschland, auch diejenigen, die nicht Mitglied im bcs sind.

Stand: 16.02.2011