Hintergrundinfo

Lebensmittel, die ihren Preis wert sind

Der Skandal um Dioxin, das über Futtermittel für Hühner und Schweine in Eier und Fleisch gelangt ist, hat gleich zu Beginn des Jahres die Verbraucherinnen und Verbraucher aufgeschreckt. Die "Erste-Hilfe-Maßnahmen" zum Schutz der Verbraucher wurden zügig und flächendeckend nach Bekanntwerden der erhöhten Dioxinwerte umgesetzt, so dass von dieser Kontamination betroffene Produkte nicht mehr in den Handel gelangen können. Der Empfehlung der Verbraucherzentralen, Bio-Eier zu kaufen, sind viele Kunden gefolgt: Laut einer Meldung des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) Herstellung und Handel hat der Dioxinskandal den Absatz von Bio-Eiern sprunghaft in die Höhe schnellen lassen, was vereinzelt zu Versorgungsengpässen geführt habe.

Ob die gesteigerte Nachfrage nach Lebensmitteln aus ökologischer Erzeugung weiter anhält, lässt sich jetzt noch nicht beurteilen. Fest steht jedoch: Ein kurzfristiger Austausch von betroffenen Lebensmitteln gegen Biolebensmittel ändert noch lange nicht die Konsumgewohnheiten und den Stellenwert, der heutzutage Lebensmitteln beigemessen wird.

Abgerechnet wird zum Schluss

Wer sich ernsthaft Gedanken um einen nachhaltigen Lebensstil macht, sollte abwägen, ob er ein billiges Produkt einkauft oder ein preiswertes. Ein auf den ersten Blick billiges Küchengerät entpuppt sich möglicherweise als Energiefresser. Das macht sich nicht auf dem Kaufbeleg, sondern oft erst Monate später bei der Stromabrechnung bemerkbar. Die Kugelschreiber, im Zehnerpack zum Schnäppchenpreis erworben, sind innerhalb weniger Tage leergeschrieben. Nachfüllpatronen gibt es dafür keine, so dass die leeren Hüllen in den Müll gegeben werden müssen. Und das XXL-Schweineschnitzel aus dem Sonderangebot schrumpft beim Braten in der Pfanne, schmeckt trocken und zäh: alles andere als Genuss!

Respekt und Wertschätzung für Mensch, Tier und Natur
Probieren Sie aus, was Ihnen auf Dauer mehr bringt. Da wir täglich essen müssen, gibt es im Bereich Ernährung viele Ansatzmöglichkeiten sich zu entscheiden - für Lebensmittel, die ihren Preis wert sind:

Nutzen Sie das saisonale Angebot an frischem Obst und Gemüse. Im Winter ist beispielsweise der Preis für Tomaten um ein Vielfaches höher als zu seiner Hauptsaison im Sommer. Richten Sie Ihre Speiseplanung ebenfalls nach der Saison aus. Im Winter wärmt ein deftiger Eintopf mit Kartoffeln, Wirsing, Lauch und Möhren; im Sommer können Sie sich ein Ratatouille mit Auberginen, Paprika und Zucchini schmecken lassen. Bei Bioobst und -gemüse können Sie sicher sein: Es wurden für den Anbau keine chemisch-synthetischen Pflanzenbehandlungs- und Düngemittel verwendet. Der ökologische Anbau schont die Umwelt und garantiert Ihnen unbelasteten Genuss.

Für Fleischgerichte greifen Sie zu Biofleisch. Die Tiere wurden artgerecht gehalten; Massentierhaltung ist auf Biobauernhöfen verboten. Eines der Grundprinzipien im Ökolandbau ist ein geschlossener Betriebskreislauf, in dem zum Beispiel das Tierfutter auf dem eigenen Hof erzeugt wird. Betriebe, die einem der deutschen Ökoanbauverbände angehören, dürfen grundsätzlich keine konventionellen Pflanzenöle einsetzen. Die vorbeugende Gabe von Medikamenten oder Wachstumsförderern ist verboten.

Hin zum nachhaltigen Konsum
Natürlich gibt es auch für weitere Lebensbereiche Möglichkeiten, Waren und Dienstleistungen zu kaufen bzw. zu nutzen, die ihren Preis wert sind. Dazu gibt der Ratgeber "Der Nachhaltige Warenkorb" viele praktische Tipps. Ebenso geben die Anbieter von "Konsumkritischen Stadtrundgängen" Gedankenanstöße für einen nachhaltigen Lebensstil.

Stand: 07.02.2011