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Biolandbau: Bundessieger kommt erneut aus Niedersachsen

Hannover. Einer der beiden Bundessieger des Förderpreises Ökologischer Landbau kommt dieses Jahr erneut aus Niedersachsen. Der Förderpreis wird jährlich vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgeschrieben und wurde heute von Ministerin Aigner im Rahmen einer Festveranstaltung auf der Grünen Woche an den Biolandhof Ellenberg aus Barum bei Bad Bevensen verliehen. Der Betrieb hat sich auf den Erhalt, den Anbau und die Vermarktung von alten Kartoffelsorten spezialisiert. Mit dem Preis werden ökologisch wirtschaftende Betriebe ausgezeichnet, die besondere innovative Leistungen in die Praxis ihres Betriebes umgesetzt haben oder eine besondere gesamtbetriebliche Konzeption nachhaltig verfolgen.

Dr. Ralf Paeschke, Leiter der Abteilung Agrarpolitik und Agrarwirtschaft im niedersächsischen Landwirtschaftsministerium, der ebenfalls an der Preisverleihung teilnahm, gehörte zu den ersten Gratulanten. "Mit dem Förderpreis werden die besondere unternehmerische Leistung und die große Innovationsfreunde des Betriebes ausgezeichnet. Ich freue mich, dass erneut ein niedersächsischer Betrieb den 1. Preis gewonnen hat. Mit seiner Leistung steht er stellvertretend für die vielen niedersächsischen ökologischen Betriebe, die mit großem Einsatz und Engagement hochwertige Produkte erzeugen und sich für den Erhalt der biologischen Vielfalt einsetzen" sagte Paeschke anlässlich der Preisverleihung. Der Biolandhof Ellenberg gehört zu den mittlerweile mehr als 21.000 Öko-Betrieben in Deutschland mit einer Fläche von über 950.000 ha, davon mehr als 74.000 Hektar in Niedersachsen. Im vergangenen Jahr gewann der Bio-Obsthof Augustin aus Jork in Niedersachsen den Förderpreis.

Der Förderpreis wird zum 11. Mal verliehen. Der prämierte Biolandbetrieb wird von der Familie Ellenberg seit 20 Jahren ökologisch bewirtschaftet. Auf dem rund 80 Hektar großen Betrieb werden insbesondere Kartoffeln, Getreide und Kleegras angebaut. Ende der 90-er Jahre begann Betriebsinhaber Karsten Ellenberg erstmals damit, Knollen zum Teil sehr alter Kartoffelsorten versuchsweise auszupflanzen. Die große geschmackliche Vielfalt, die gute Eignung an die Bedingungen des ökologischen Landbaus und das stetig steigende Interesse an diesen in Vergessenheit geratenen alten Sorten veranlassten ihn und seine Frau Petra, den Anbau stetig auszubauen. Mittlerweile werden auf dem Betrieb viele alte Kartoffelsorten angebaut und im eigenen Hofladen bzw. über das Internet vermarktet (siehe hier). Zudem begann der Betrieb vor einigen Jahren auch damit, auf Basis alter Sorten selbst in die Züchtung neuer Kartoffelsorten für den ökologischen Landbau einzusteigen. Mit Erfolg setzte sich der Betrieb auch aktiv für die Wiederzulassung der Kartoffelsorte 'Linda' ein. Seit 2010 kann 'Linda' wieder unbegrenzt als Pflanzkartoffel in Deutschland und Europa gehandelt werden. Für die vielen Innovationen des Betriebes auf dem Gebiet des Kartoffelanbaus wurde ihm deshalb am heutigen Tag von Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner der Förderpreis Ökologischer Landbau verliehen.

Stand: 31.01.2011