Hintergrundinfo

Quecksilber in Energiesparlampen!
Gefährlich oder harmlos?

Es sind die gleichen Argumente die im Frühjahr 2009 benutzt wurden, als das Glühbirnenverbot noch frisch zur Debatte stand. Anfang Dezember 2010, gut eineinhalb Jahre später heizt eine Studie des Umweltbundesamtes die alte Quecksilberdiskussion für Energiesparlampen erneut an. Gegenstand der Studie waren zwei zerbrochene Energiesparlampen von europäischen Markenherstellern, welche auf ihre Quecksilberkonzentration hin getestet wurden. Die Studie zeigte, dass direkt nach dem Zerbrechen der heißen Lampe eine 20fach über dem Richtwert liegende Quecksilberkonzentration gemessen wurde. Nach intensivem Stoßlüften sank diese Konzentration allerdings wieder deutlich ab. UBA Präsident Jochen Flasbarth macht deutlich: "Das Quecksilber ist die Achillesferse der Energiesparlampen." So bräuchten wir mittelfristig eine Lampentechnik ohne Quecksilber, so Flasbarth.

Kurz nach der Studie Anfang Dezember forderten Europaabgeordnete von FDP und CDU erneut die Aufhebung des EU-weiten Glühbirnenverbots. FDP Bundestagsabgeordneter Heinz Golombeck erinnerte unter dessen kurz nach der Studie daran, dass die FDP stets gegen das Glühbirnenverbot war, da dies die Freiheit der

© wrw / pixelio.de

Verbraucher einschränken würde. Man solle laut Golombeck die Probleme an der Wurzel bekämpfen. Die Grünen halten dennoch an dem Glühbirnenverbot fest und sind trotz Quecksilber der Ansicht: Energiesparlampen sind das kleinere Übel!

Vergleicht man Energiesparlampen mit Quecksilberfieberthermometern, so befindet sich in den Thermometern die 500fache Menge an Quecksilber als in den Lampen. Ist die Quecksilberdiskussion also übertrieben? Eine Studie von Osram belegt, die Quecksilberdebatte ist überflüssig, das Quecksilberproblem besteht, ist aber harmlos. So sank bei einem Osramversuch die Quecksilberkonzentration, 3,5 Minuten nach dem Bruch einer heißen Energiesparlampe, nachdem die Scherben aufgekehrt und der Raum gelüftet wurde, wieder auf Null ab. Ähnlich wie bei der Studie des Umweltbundesamtes. Natürlich wird das Quecksilberproblem in Energiesparlampen dadurch nicht aus der Welt geschafft, aber eine Entwarnung ist die Studie dennoch. Viele Hersteller raten für das Kinderzimmer zu silikonummantelten Energiesparlampen wie sie Megaman, Osram oder Phillips anbieten. Von diesen Lampen geht selbst beim Zerbrechen keine Gefahr aus. Grundsätzlich sollte man bei Energiesparlampen besser auf Markenprodukte zurückgreifen, da diese qualitativ hochwertiger sind.

Dass eine Energiesparlampe tatsächlich zerbricht ist jedoch der seltenere Fall. Das eigentliche Quecksilberproblem liegt stattdessen still und heimlich in der unsachgemäßen Entsorgung der Energiesparlampen. So werden rund 90% der Lampen in Deutschland falsch entsorgt, was zu einer zu hohen Quecksilberbelastung der Umwelt führt. Deshalb ist es wichtig die Energiesparlampen stets in einer der vielen Sammelstellen, wie beispielsweise in Baumärkten, ordnungsgemäß zurückzugeben. Das Problem, das wir an der Wurzel bekämpfen müssen ist neben quecksilberfreien Energiesparlampen nämlich auch eine umfangreiche Verbraucheraufklärung.

Die Osram Studie finden Sie hier. Außerdem hilft der EinsparShop bei der Auswahl der richtigen Energiesparlampe. Wo Sie ihre Energiesparlampen fachgerecht entsorgen können, erfahren Sie hier.

Jasmin Vettel, Umweltzentrum Hannover e.V.

Stand: 28.01.2011